1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
Politik

Nordkorea: "Jeden Moment Atomkrieg möglich"

17. Oktober 2017

Nordkoreas stellvertretender UN-Botschafter Kim In Ryong hat vor den Vereinten Nationen vor dem Ausbruch eines Atomkriegs gewarnt. An die USA, von denen er sein Land bedroht sieht, richtete er eine deutliche Warnung.

UN Sicherheitsrat- Nordkoreas stellv. UN-Botschafter Kim In Ryong
Bild: picture-alliance/AP Photo/B. Matthews

Vor dem Abrüstungsausschuss der UN hat Kim In Ryong, der Vize-UN-Botschafter Nordkoreas, die Korea-Politik der USA gegeißelt. "Kein anderes Land auf der Welt hat für so eine lange Zeit eine solch extreme und direkte nukleare Bedrohung von den USA hinnehmen müssen", sagte er. Die Situation habe einen "sehr riskanten Punkt erreicht und ein Atomkrieg könnte jeden Moment ausbrechen".

Nordkorea unterstütze die Bemühungen der Vereinten Nationen um eine nukleare Abrüstung auf der Welt. Aufgrund der aktuellen Bedrohung durch die Vereinigten Staaten sei für sein Land eine Unterzeichnung des internationalen Atomwaffensperrvertrags jedoch nicht möglich, so Kim In Ryong. Er drohte den USA zudem damit, dass sie bei einem weiteren Vordringen in den militärischen Einzugsbereich Nordkoreas mit einem Vergeltungsschlag zu rechnen hätten. 

Gemeinsame Militärübung von Südkorea und den USA im August nahe Pohang Bild: Getty Images/AFP/Jung Yeon-Je

Am Sonntag hatte US-Außenminister Rex Tillerson bekräftigt, dass die Vereinigten Staaten um eine diplomatische Lösung im Konflikt mit Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm bemüht seien: "Diese diplomatischen Bemühungen werden weitergehen, bis die erste Bombe fällt", sagte Tillerson dem Sender CNN. 

Trump (l.) und Tillerson Bild: picture-alliance/AP Photo/E.Vucci

Allerdings widersprechen sich Tillerson und US-Präsident Donald Trump in dieser Frage immer wieder. So erteilte US-Präsident Donald Trump erst vor einigen Tagen diplomatischen Bemühungen zur Beilegung des Atomstreits mit Nordkorea eine weitere Absage. Regierungen würden "seit 25 Jahren mit Nordkorea reden", dabei seien "Vereinbarungen getroffen und riesige Summen Geld gezahlt" worden, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Diese Strategie habe "nicht funktioniert". Vereinbarungen seien verletzt worden, "bevor die Tinte trocken war", schrieb der US-Präsident weiter. Die US-Verhandlungsführer seien auf diese Weise lächerlich gemacht worden. "Sorry, aber nur eins wird funktionieren", fügte Trump hinzu. Was das bedeutet, führte er allerdings nicht aus. 

Bei seinem ersten Auftritt vor der UNO Ende September hatte Trump Nordkorea mit "vollständiger Zerstörung" gedroht. Die nordkoreanischen Staatsmedien bezeichneten diese Aussage als "Kriegserklärung". Einige Wochen vor dem Auftritt hatte Trump Nordkorea vor "Feuer und Wut, wie es die Welt niemals zuvor gesehen hat" gewarnt.

stu/ml (afp, dpa)

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen