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Ägyptische Extremisten bekennen sich zum IS

10. November 2014

Bisher hat der "Islamische Staat" sein Einflussgebiet vor allem im Irak und in Syrien ausgedehnt. Jetzt bekommt die Terrormiliz Verstärkung aus Ägypten. Die größte Extremistengruppe des Landes schließt sich dem IS an.

IS-Kämpfer (Foto: picture alliance)
Bild: picture alliance/ZUMA Press/M. Dairieh

Die Islamisten-Organisation Ansar Beit al-Makdis schwor dem "Islamischen Staat" offiziell die Treue. Die Gruppe wolle dem "Kalifen" Ibrahim Ibn Awad Gefolgschaft leisten, heißt es in einer über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreiteten Audiobotschaft der Extremisten. Gemeint ist damit der Anführer des IS, besser bekannt unter seinem Kampfnamen Abu Bakr al-Baghdadi.

Ansar Beit al-Makdis bedeutet übersetzt "Partisanen Jerusalems". Die Gruppe hatte dem IS schon vor einiger Zeit Unterstützung zugesagt, sich aber nicht offiziell zur Zugehörigkeit zu der Terrormiliz bekannt.

Rache für Sturz Mursis

Gebildet hatte sich die Organisation im Zuge des Sicherheitsvakuums, das nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak im Jahr 2011 entstanden war. Sie ist für zahlreiche Anschläge auf der Sinai-Halbinsel verantwortlich, bei denen immer wieder ägyptische Sicherheitskräfte getötet wurden.

Nach Angaben der Gruppe soll mit den Attentaten die gnadenlose Unterdrückung von Unterstützern des islamistischen Ex-Präsidenten Mohammed Mursi gerächt werden, der im Sommer 2013 vom Militär gestürzt worden ist. Mehr als 1400 von Mursis Anhängern wurden getötet, 15.000 weitere sitzen im Gefängnis.

Ein Sprecher des ägyptischen Innenministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Ankündigung der Zugehörigkeit zum IS werde nichts am Kampf gegen Ansar Beit al-Makdis in Ägypten ändern. "Es sind nur verschiedene Namen für dieselben Terroristen", sagte er.

Wachsender Einfluss des IS

Der IS ist bislang vor allem im Irak und in Syrien aktiv, wo die Gruppe in weiten Landesteilen ein Kalifat ausgerufen hat. Die Dschihadisten sind berüchtigt für ihre äußerste Brutalität und die Verfolgung von Minderheiten.

Aus Sicht von Beobachtern könnte die Ausbreitung nach Ägypten einen weiteren Schub für die Terroristen bedeuten. Jedenfalls zeigt sich darin ihr wachsender Einfluss in der Region.

Der Twitter-Account, über den das Statement von Ansar Beit al-Makdis lief, hatte in jüngster Zeit wiederholt Nachrichten im Namen der Islamistengruppe verbreitet. Zudem hatten ägyptische Sicherheitskräfte zuletzt von Kontakten zwischen der Organisation und dem IS berichtet. Überraschend ist die Nachricht aber deshalb, weil die ägyptischen Extremisten noch vor einer Woche ebenfalls über Twitter bestritten hatten, IS-Anführer al-Baghdadi Gefolgschaft zu leisten.

gri/kle (afp, rtr, ap)

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