China ist der weltweit größte Energieverbraucher und Emittent von Treibhausgasen, baut weiterhin Kohlekraftwerke – und wirkt damit wie ein unwahrscheinlicher Klimaheld. Gleichzeitig treibt das Land den Ausbau erneuerbarer Energien in Rekordtempo voran: Fast 40 % der globalen Solarenergie stammen bereits aus China, und Experten erwarten, dass es bald rund 60 % der weltweiten Kapazitäten liefert. Dieser Kurswechsel hin zu einer nachhaltigeren Zukunft könnte entscheidend für die globale Klimakrise sein.
Technologische Dominanz und geopolitische Risiken
China investiert massiv in saubere Technologien: 2024 flossen über 600 Milliarden US-Dollar in Solar, Batterien und Elektroautos. Mehr als 85 Prozent aller Solarmodule kommen aus China, die Exporte stiegen zuletzt um 73 Prozent. Diese Produktionsmacht senkt weltweit die Kosten und erleichtert den Zugang zu grüner Energie – besonders für Schwellenländer. Doch die Abhängigkeit birgt Risiken: Politische Spannungen oder Exportstopps könnten Lieferketten gefährden. Auch ohne den Titel „Klimaführer“ prägen Chinas Entscheidungen die globale Energiewende maßgeblich.
