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100 Tage vor der WM: Iran-Krieg belastet das Turnier

Matt Pearson
3. März 2026

Der Countdown zur Fußball-WM 2026 läuft, doch es herrscht Unruhe: Der Konflikt der USA mit Iran überschattet das Turnier. Auch dämpfen hohe Ticketpreise, Sicherheitsrisiken und fehlende Gelder für Fanparks die Vorfreude.

Fußballtrikots mit den Emblemen von Mexiko, USA und Kanada, den Gastgebern der Fußball-WM 2026 in Nordamerika
100 Tage vor dem Start der Fußball-WM in Mexiko, den USA und Kanada häufen sich die ProblemeBild: Oasisamuel/Depositphotos/IMAGO

Am 3. März beginnt der Countdown: Noch 100 Tage bis zur ersten Fußball-WM in drei Ländern. Gastgeber vom 11. Juni bis 19. Juli sind die USA, Kanada und Mexiko. Das Teilnehmerfeld, das erstmals auf 48 Teams aufgeblasen wurde, steht fast. In mehreren Playoffs werden in diesem Monat noch die letzten sechs Teilnehmer ermittelt.

Darf der Iran überhaupt antreten?

Doch die jüngsten amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran sowie iranische Vergeltungsschläge im Nahen Osten könnten Auswirkungen auf das Teilnehmerfeld haben. Einer der Kandidaten für die letzten Playoffplätze - wohl der Irak - könnte im Extremfall den Iran ersetzen, der sich bereits vor einem Jahr sportlich qualifiziert hatte.

Der Iran hat sich für die vergangenen vier Weltmeisterschaften qualifiziert, könnte jedoch 2026 nicht teilnehmenBild: Sebastian Frej/IMAGO

"Wir können noch nichts Genaues sagen, aber es wird ganz sicher eine Reaktion geben", sagte Irans Verbandspräsident Mehdi Taj am Montag im iranischen Fernsehen. Man werde die Lage mit den zuständigen Sportbehörden bewerten: "Nach einem solchen Angriff, in dieser Härte, fällt es schwer, mit Hoffnung auf die Weltmeisterschaft zu blicken."

Die Spiele der iranischen Mannschaft sind alle Irans Männer in den USA angesetzt: gegen Neuseeland und Belgien in Los Angeles sowie gegen Ägypten in Seattle.

FIFA betont Sicherheitsfokus

Mattias Grafström, Generalsekretär des Fußball-Weltverbands FIFA, erklärte, man beobachte die Lage und wolle "eine sichere Weltmeisterschaft mit allen Beteiligten". Doch iranische Fans werden ohnehin nicht ins Land gelassen: Sie gehören zu den Staatsangehörigen, die von den US-Einreisebeschränkungen betroffen sind. Nur Spieler und akkreditierte Offizielle sind davon ausgenommen.

Generell sorgen die strikten US-Einreisekontrollen und der politische Kurs der Regierung für Unsicherheit bei Fans aus vielen Ländern. Auch Boykottaufrufe in Europa hatten immer wieder Konjunktur - zuletzt waren sie abgeflaut, nachdem US-Präsident Donald Trump seine Drohung aufgegeben hatte, Grönland gewaltsam annektieren zu wollen.

Die Nähe von FIFA-Präsident Gianni Infantino zu Trump bleibt ebenfalls umstritten. Infantino trat noch wenige Tage vor den Angriffen auf den Iran bei der Vorstellung von Trumps "Board of Peace" auf - in einer Mütze im Stil der MAGA-Kampagne.

Tickets und Kosten sorgen für Ärger

Wer die WM dennoch besuchen will, muss tief in die Tasche greifen. Die Preise für Eintrittskarten für das Finale beginnen bei 2000 US-Dollar, Spitzenkategorien liegen bei 8680 US-Dollar. Auf dem offiziellen Weiterverkaufsportal wurde zuletzt sogar ein Ticket für 143.750 US-Dollar angeboten.

New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani zählt zu den Kritikern der hohen Ticketpreise bei der WMBild: Selcuk Acar/Anadolu/picture alliance

FIFA hält zudem noch ein Kontingent zurück, das im April freigegeben wird - was weitere Preissteigerungen wahrscheinlich macht. Fans kritisieren vor allem die kaum regulierten Zweitmärkte.

Dazu kommen hohe Nebenkosten: Viele Stadien sind nur per Auto erreichbar, und das Parken kostet. Am SoFi Stadium in Los Angeles kann mein Auto gegen eine Gebühr von 300 US-Dollar pro Spiel abstellen - und der Fußweg beträgt danach noch rund 1,6 Kilometer. Selbst im Kontext teurer US-Sportevents liegen diese Preise weit über dem Üblichen.

Fanparks auf der Kippe

Für Fans ohne Tickets könnten sogar die beliebten Public Viewings wegfallen. Wegen eines teilweisen Stilllegung der US-Bundesverwaltung Anfang des Jahres sind rund 900 Millionen Dollar für die elf US-Spielorte noch nicht freigegeben worden. Bleibt die Finanzierung aus, müssten die Fanparks gestrichen werden. Mehrere Städte warnen bereits..

"Wir müssen harte Entscheidungen treffen - und die beginnen beim Fan Festival", sagte Ray Martinez, COO des WM-Komitees in Miami. Eine Lösung müsse noch im März gefunden werden.

Gewalt in Mexiko, Sicherheitschecks angekündigt

In Mexiko und Kanada schien der WM-Vorbereitungsstand lange stabiler. Mexiko-Stadt richtet am 11. Juni das Eröffnungsspiel der Mexikaner gegen Südafrika aus, insgesamt finden Spiele an drei mexikanischen Standorten statt.

Doch eine neue Welle der Gewalt nach der Tötung des Drogenkartell-Chefs "El Mencho" Ende Februar hat Sicherheitsfragen neu entfacht. Es kam zu Gewalt auf den Straßen, zehntausende Soldaten eingesetzt, um für Sicherheit zu sorgen. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte, die FIFA werde das Land bald besuchen, Infantino habe aber "volles Vertrauen" zugesichert.

In Kanada sind Toronto und Vancouver Spielorte.

Der Artikel wurde aus dem englischen Original "World Cup 2026: US-Iran war adds to list of concerns" adaptiert.

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