250 Jahre USA: Trump beschwört "Triumph der Freiheit"
5. Juli 2026
Am 4. Juli feierten die USA "den Triumph der Freiheit über die Tyrannei", sagte US-Präsident Donald Trump am Abend des Unabhängigkeitstages (Ortszeit) in Washington. Die Amerikaner würden sich die Freiheit nicht mehr nehmen lassen, erst recht nicht von Kommunisten.
Trump sprach vor Tausenden jubelnden Anhängern, die, wie bei seinen Wahlkampfauftritten, "USA, USA" skandierten. Der US-Präsident hatte am Vorabend in einer Rede am Nationaldenkmal Mount Rushmore ebenfalls vor einer angeblichen "kommunistischen Bedrohung" in den USA gewarnt. Er spielte damit auf jüngste Wahlsiege linksgerichteter Politiker der Demokraten an, unter anderem in New York.
In Washington verglich er den Kommunismus mit einem "Krebs, den man herausschneiden muss". Seine Wortwahl erinnerte an die Zeit zu Beginn des Kalten Krieges. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der republikanische Senator Joseph McCarthy eine "rote Gefahr" heraufbeschworen und mit der Verfolgung angeblicher Kommunisten eine regelrechte Hysterie erzeugt.
"USA heute stolzer denn je zuvor"
Die oppositionellen Demokraten werfen Trump vor, die 250-Jahr-Feiern für parteipolitische Zwecke zu missbrauchen und das Land damit weiter zu spalten. In knapp vier Monaten finden die wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress statt.
Trump sagte weiter, unter seiner Führung seien die USA "stolzer denn je zuvor". Er lobte zudem erneut seine vermeintlichen militärischen Erfolge im Iran und in Venezuela.
Der 80-Jährige hielt seine Rede auf einer Freiluftbühne auf der National Mall. Nach mehreren Attentatsversuchen war er diesmal durch eine Panzerglasscheibe geschützt.
Verzögerung durch Unwetter
Wegen eines Unwetters hatte sich Trumps Auftritt um fast zwei Stunden verzögert. Obwohl er im Vorfeld eine besonders lange Rede angekündigt hatte, sprach er letztlich weniger als 40 Minuten - deutlich kürzer als bei anderen Anlässen.
Die mit Zäunen abgeriegelte Nationalpromenade im Zentrum der Hauptstadt musste wegen des Gewitters zeitweise evakuiert werden. Zuvor hatte es eine mehrstündige Flugschau gegeben, bei der Kampfjets über Washington donnerten.
Großes Feuerwerk zum Abschluss
Direkt im Anschluss an die Rede erleuchteten hunderte Raketen den Himmel über der US-Hauptstadt. Laut den Veranstaltern sollte es das größte Feuerwerk der Geschichte sein. Demnach waren 850.000 Pyroeffekten in 35 Minuten zu sehen.
Das Spektakel bildete den Höhepunkt der mehrtägigen Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der USA, die eigentlich ganz anders hätten laufen sollen. Etliche Künstler hatten Konzerte mit der Begründung abgesagt, die Veranstaltungsreihe sei ihnen zu politisch aufgeladen. Trump kündigte daraufhin an, stattdessen "die Nummer-eins-Attraktion auf der ganzen Welt" auf die Bühne zu bringen: sich selbst.
gri/pgr (afp, rtr, dpa)