35 Prozent der Russen leben unter dem Existenzminimum
10. Dezember 2004Moskau, 10.12.2004, INTERFAX, russ.
Im letzten Jahr ist die Anzahl der Menschenrechtsverletzungen in Russland nicht zurückgegangen, teilte der Menschenrechtsbeauftragte der Russischen Föderation, Wladimir Lukin, mit. "Probleme gibt es weiterhin, sie nehmen nicht ab", sagte er bei einer Pressekonferenz im Medienzentrum der Zeitung "Iswestija" am Freitag (10.12.) in Moskau. Wladimir Lukin nannte konkrete Zahlen, die die derzeitige Sachlage im Bereich Menschenrechte im Land widerspiegeln.
So leben heute über 35 Prozent der Russen unter dem Existenzminimum. Die Lage werde auch mit der begonnenen Kommunalreform nicht einfacher, "die nicht mit dem Einkommensniveau der Bevölkerung abgestimmt wird". 60 Millionen Bürger leben dem Menschenrechtsbeauftragten zufolge in Gegenden mit ungünstiger Umweltsituation. Im Land werden ferner etwa 1 Million obdachlose Kinder gezählt, deren Zahl jährlich um 100 000 bis 130 000 steigt. (...) (lr)