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5. World Health Summit - eine Bilanz

03:54

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14. Oktober 2013

Ein Interview mit Prof. Detlef Ganten, Präsident des World Health Summit, der erklärt, was die großen Zusammentreffen bisher gebracht haben, und was die drängendsten Probleme und Ziele beim Thema Weltgesundheit sind.

DW: Herr Ganten, warum gibt es so wenig Forschungsansätze, um neue Antibiotika zu finden? Das Problem mit den Resistenzen ist ja nicht ganz unerheblich.

Detlev Ganten: Das ist ein ganz großes Problem. Wir haben ein extra Symposium zu diesem Thema. Das Problem ist, dass die Entwicklung von Medikamenten wahnsinnig teuer ist. Resistenzen sind dadurch entstanden, dass Antibiotika, zum Beispiel Penicillin, ganz breit gegeben wurden. Und dann sind Resistenzen gezüchtet worden. Neue Medikamente sollen jetzt nur ganz gezielt gegeben werden. Das heißt, es ist ein kleiner Markt und eine teure Entwicklung. Das macht die Entwicklung für die pharmazeutische Industrie, die auch Geld verdienen muss mit dem entwickelten Produkt, sehr schwer.

Die Industrie spielt nicht mit, weil Antibiotika nur ganz gezielt gegen spezifische Infektionskrankheiten eingesetzt werden?

Man kann nicht sagen, dass die Industrie nicht mitspielt, aber sie muss zu ihren Bedingungen auch mitspielen können. Wahrscheinlich bedarf es besonderer Regelungen, um eine so teure Entwicklung wirtschaftlich machbar zu machen.

Inwieweit spielt beim Weltgesundheitsgipfel die Entwicklung von neuen Wirkstoffen, von neuen Therapien eine Rolle?

Wir sind kein pharmakologischer Kongress. Es sind natürlich Mediziner und Pharmakologen da, aber das Hauptthema ist nicht, welche neuen Medikamente wir haben; da gehen wir von dem Bestehenden aus. Das Hauptthema ist: Wie können wir den Fortschritt der Wissenschaft, der enorm ist, heranbringen an die Menschen.

Was ist aus Ihrer Sicht das dringlichste Problem, das beim Weltgesundheitsgipfel diskutiert werden muss?

Wir haben ein ganz breites Spektrum. Wir können gar nicht ein Thema ausklammern. Aber wir haben einige Schwerpunkte und einer davon sind die Regionen der Welt. Natürlich kümmern wir uns im Wesentlichen um die armen Regionen. Die reichen Regionen kommen einigermaßen mit sich selber klar - das muss man jedenfalls erwarten. Eine Region besteht natürlich aus den Mittelmeerländern. Da ist die Zivilgesellschaft weitgehend zusammengebrochen, auch die Krankenhaussysteme sind zusammengebrochen. Das betrifft übrigens auch den Süden Europas.

...also den arabischen Raum?

Den arabischen Raum aber auch Griechenland zum Beispiel, wo Medikamente nicht mehr ankommen und von den Regierungen nicht mehr angekauft werden können. Die Krankenhäuser brechen zusammen und die ganze Infrastruktur ist nicht mehr da. Das ist ein großes Thema, mit einem großen Symposium dazu.

Sie bringen Vertreter von diesen weniger entwickelten Regionen zusammen an einen Tisch mit Vertretern aus der Politik, der Wirtschaft, dem Gesundheitswesen. Das soll auch politischen Wiederhall finden. Haben Sie denn da schon Erfolge?

Ja, wir haben, denke ich, inzwischen ein sehr gutes System entwickelt. Es ist ja der 5. Weltgesundheitsgipfel. Wir haben alle Nationalakademien hinter uns. Die entwickeln auch das Programm mit. Wir können dann Empfehlungen auf der Grundlage der Diskussionsergebnisse geben. Diese werden dann in Empfehlungen der Nationalakademien umgearbeitet.

Gibt es ein konkretes Beispiel, was Sie uns schildern können?

Zu Antibiotika machen wir eine solche Empfehlung. Eine weitere Empfehlung machen wir zum Aufbau von Forschungsinfrastruktur. Wenn in armen Ländern eine gewisse Infrastruktur nicht besteht, kommen die gut ausgebildeten Leute nicht mehr in ihre Länder zurück. Und dann können sie nicht das tun, was in diesen Ländern notwendig wäre und was sie auch eigentlich gerne machen wollen.

Also der Fokus liegt auf der Entwicklung in den weniger entwickelten Ländern?

Ganz klar.

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