1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
Politik

500 Zivilisten in Aleppo getötet

8. Dezember 2016

Die Zahl kommt von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Ob die Geländegewinne der Armee in Aleppo dafür sorgen, dass die Opferzahlen geringer werden? Äußerungen von Präsident Assad lassen daran zweifeln.

Rauchwolkle in Aleppos Stadtviertel Bustan a-Quasr (Foto: Reuters/O. Sanadiki)
Bild: Reuters/O. Sanadiki

Flucht aus Ost-Aleppo

00:41

This browser does not support the video element.

Seit dem Beginn der Offensive syrischer Regierungstruppen auf die Großstadt Aleppo sind Aktivisten zufolge rund 500 Zivilisten ums Leben gekommen. Durch Luftangriffe und Artilleriebeschuss von syrischen Regimekräften seien 384 Zivilisten getötet worden, unter ihnen 45 Kinder, erklärte die - oppositionsnahe - Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. 114 Menschen starben demnach durch Granaten, die Rebellen auf Stadtviertel unter Kontrolle der Regierung oder kurdischer Einheiten gefeuert hätten. Darunter seien 36 Kinder gewesen.

150 Patienten aus Altstadt-Krankenhaus gebracht

Aus einem Krankenhaus in der Altstadt Aleppos wurden unterdessen etwa 150 hilfsbedürftige Zivilisten in andere, sicherere Viertel der umkämpften nordsyrischen Stadt verlegt. An der Aktion beteiligten sich Helfer des Internationalen Roten Kreuzes und des Syrischen Arabischen Halbmondes. 

Die syrische Armee und verbündete Milizen hatten Mitte November eine Offensive auf den Osten Aleppos begonnen, der bislang von oppositionellen Milizen gehalten wurde. Mittlerweile haben sie den Menschenrechtsbeobachtern zufolge rund 80 Prozent des bisherigen Rebellengebietes erobert. Die Beobachtungsstelle sitzt zwar in Großbritannien, stützt ihre Angaben aber auf Informationen von Aktivisten in Syrien. 

Russland: Kurz vor Verständigung mit USA

Der russische Vize-Außenminister Sergej RybakowBild: Imago/Itar-Tass

Russland und die USA stehen nach Angaben der Regierung in Moskau kurz vor einer Verständigung zur Lage in Aleppo. In den vergangenen Tagen seien zahlreiche Dokumente ausgetauscht worden, sagte Vize-Außenminister Sergej Rybakow der Agentur Interfax zufolge. "Wir stehen vor einer Verständigung, aber ich warne vor allzu großen Erwartungen." Am Mittwoch hatte der Kreml erklärt, eine Vereinbarung mit den USA, die es Rebellen erlauben solle, die Stadt auf sicheren Wegen zu verlassen, stehe immer noch auf der Tagesordnung.

Die USA hatten zuvor gemeinsam mit Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Kanada die Konfliktparteien zu einem sofortigen Waffenstillstand in Aleppo aufgerufen, um humanitäre Hilfe zu den Menschen in der Stadt bringen zu können. Dies lehnen die Regierung in Damaskus und ihr Verbündeter Russland jedoch ab und machen einen Abzug der Rebellen zur Bedingung. Diese fordern ihrerseits eine fünftägige Waffenruhe für die nordsyrische Stadt sowie freies Geleit für Zivilisten.

Nur raus aus der Todeszone: Aus dem östlichen Aleppo flüchtende BewohnerBild: Reuters/Sana

Assad: Sieg in Aleppo nicht das Ende des Krieges  

In einem Interview der syrischen Tageszeitung "Al-Watan" erklärte Machthaber Baschar al-Assad die Möglichkeit einer Waffenruhe "existiert praktisch nicht". Er warf den USA vor, nur deshalb einen Waffenstillstand zu fordern, weil die von Washington unterstützten Rebellen "in einer schwierigen Lage" seien. Weiter betonte Assad, die Rückeroberung von Aleppo wäre zwar ein Sieg für die Regierung, "aber nicht das Ende des Krieges in Syrien".

sti/mak (afp, dpa, rtr)