70 tadschikischen illegalen Einwanderern droht Abschiebung aus Russland
12. November 2002Köln, 12.11.2002, DW-radio / Russisch
Die Behörden des Gebiets Moskau beabsichtigen, mehr als 70 Bürger Tadschikistans, die illegal im Gebiet Moskau leben und arbeiten, abzuschieben. Russische Menschenrechtler schlagen hingegen vor, die Einwanderung von Arbeitskräften zu legalisieren. Es berichtet Anatolij Dozenko:
Mitarbeiter der Verwaltung des Gebiets Moskau haben gegenüber der Deutschen Welle bestätigt, dass sich die Tadschiken ohne eine offizielle Genehmigung im Gebiet Moskau aufhalten und somit gegen die Pass- und Visumvorschriften verstoßen. Die Tadschiken wurden von der Miliz in Gewahrsam genommen. Sie sollen schon bald mit einem russischen Militär-Transportflugzeug vom Flughafen Tschkalow im Gebiet Moskau aus nach Duschanbe gebracht werden.
Vertreter der Gebietsverwaltung erklärten, dass Ende Oktober, unmittelbar nach der Geiselnahme in Moskau, der Gouverneur des Gebiets Moskau, Boris Gromow, angeordnet habe, alle illegalen Einwanderer, die sich im Gebiet befinden, schnellstens abzuschieben. Ein Mitarbeiter der Verwaltung des Gebiets Moskau sagte: "Die Miliz wird Personen, die gegen die Einwanderungsgesetze verstoßen, aus Russland ausweisen und die russische Regierung stellt hierfür Mittel zur Verfügung."
Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen halten sich in Moskau und im Gebiet Moskau etwa eine halbe Million illegale Einwanderer auf. Die Menschenrechtler erklären, für eine Abschiebung aller Einwanderer werde weder die Kraft noch das Geld reichen. Es wäre viel leichter und vernünftiger, eine Legalisierung der Einwanderung von Arbeitskräften, von denen sich ein bedeutender Teil immer noch versteckt, zu fördern. (MO)