Abmarsch auf Raten?
27. November 2008
Seit dem Sturz Saddam Husseins versuchen die amerikanischen Streitkräfte, Sicherheit und Ordnung im Land wiederherzustellen - mit durchwachsenem Erfolg. Doch immerhin hat sich der Irak gegenüber der Lage vor einem Jahr mittlerweile einigermaßen stabilisieren können. Dennoch gibt es vor allem in Bagdad noch immer fast täglich Anschläge. In einem neuen Sicherheitspakt hatten sich die USA und der Irak schon vor einiger Zeit darauf geeinigt: Spätestens bis 2011 sollen die amerikanischen Truppen das Land verlassen haben. Es fehlte nur die Absegnung durch das irakische Parlament. Die kam an diesem Donnerstag. Doch der Rückzugsplan besitzt ein kleines Hintertürchen.
Ein Jahr Annapolis - was ist davon geblieben?
Vor genau einem Jahr entdeckte US-Präsident George Bush den Nahen Osten für sich: In Sichtweite seiner zu Ende gehenden Amtszeit wollte er noch schnell einen Friedensprozess ankurbeln für einen Konflikt, den er in den ganzen Jahren zuvor nicht angefasst hatte. Er lud zu einer Konferenz im US-amerikanischen Annapolis. Und dort einigten sich am 27. November 2007 die Palästinenser und Israelis darauf, eine Friedenslösung bis Ende 2008 auszuarbeiten. Und wie sieht es heute aus? Mittlerweile glaubt eigentlich niemand mehr daran, dass bis Ende des Jahres eine dauerhafte Friedensregelung getroffen werden kann, auch wenn George Bush und Israels noch amtierender Ministerpräsident Ehud Olmert dieses Ziel auf einem gemeinamen Treffen Anfang der Woche noch einmal bekräftigt hatten. Die Hoffnungen ruhen jetzt auf neuem Personal im Jahr 2009.
Redaktion: Thomas Latschan / Ina Rottscheidt