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UN sehen AIDS-Prävention in großer Gefahr

25. November 2025

Durch die Streichung von Hilfsgeldern befürchten die Vereinten Nationen Millionen zusätzlicher HIV-Infektionen. Mühsam errungene Fortschritte im Kampf gegen AIDS könnten zunichtegemacht werden.

Zwei Hände halten den UNAIDS-Bericht hoch
Wurde anlässlich des bevorstehenden Welt-AIDS-Tages (1. Dezember) veröffentlicht: der UNAIDS-Bericht 2025Bild: Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/picture alliance

Der deutliche Rückgang bei internationalen Hilfsgeldern für den Kampf gegen AIDS hat wohl schwerwiegende Folgen: Die Mittelkürzungen der Vereinigten Staaten und anderer Länder könnten bis 2030 zu 3,3 Millionen zusätzlichen Infektionen führen, heißt es im neuen Jahresbericht des UN-Programms UNAIDS.

Ende 2024 lebten nach Angaben der Vereinten Nationen rund 40,8 Millionen Menschen mit dem HI-Virus (HIV), das die Immunschwäche-Krankheit AIDS auslösen kann. Davon hatten mehr als drei Viertel Zugang zu Medikamenten für eine antiretrovirale Therapie. 1,3 Millionen Menschen infizierten sich im vergangenen Jahr neu, etwa 630.000 starben an den Folgen von AIDS.

Weniger Medikamente, weniger Kondome

Seit 2010 waren die Infektions- und Sterbezahlen stark zurückgegangen. Doch Anfang 2025 fror die neue Regierung in Washington vorübergehend alle Zahlungen im Zusammenhang mit HIV ein. Davor waren die USA für drei Viertel der internationalen Gelder aufgekommen. Mittlerweile hat die Trump-Administration die Finanzierung von HIV-Tests, Medizin und Gesundheitspersonal für andere Länder zwar wieder aufgenommen, allerdings nicht im ursprünglichen Umfang.

"Größter Rückschlag seit Jahrzehnten": Winnie Byanyima, die Chefin von UNAIDSBild: Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/picture alliance

UNAIDS-Exekutivdirektorin Winnie Byanyima sprach in Genf vor "verheerenden Auswirkungen". Viele Organisationen hätten ihre Finanzierung verloren, etliche mussten ihre Arbeit einstellen. So sei in Uganda die Zahl der Menschen mit Zugang zu vorbeugenden HIV-Medikamenten von Ende 2024 bis zum September um etwa ein Drittel gesunken. In Burundi betrug das Minus demnach sogar fast zwei Drittel, in Vietnam immerhin rund 20 Prozent. Und: In Staaten wie Nigeria brach die Zahl der verteilten Kondome massiv ein.

Eigene Investitionen statt US-Gelder

Viele bisherige Empfänger-Staaten von Hilfsgeldern haben inzwischen bereits damit begonnen, sich auf die neue Finanzlage einzustellen. Sie setzen nun laut UNAIDS verstärkt auf inländische Investitionen. So steigerten zuletzt mehr als zwei Dutzend Staaten ihre Gesundheitsbudgets und Ausgaben für HIV-Programme erheblich, wie das UN-Programm mitteilten konnte.

wa/as (epd, dpa, afp, rtr)

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