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Alaskapocken: Erster Todesfall durch das Virus

15. Februar 2024

In den USA kam ein Mann Ende 2023 mit Alaskapocken ins Krankenhaus. Kürzlich ist er verstorben. Alaskapocken werden vermutlich von Wühl- und Spitzmäusen übertragen. Was Sie sonst noch über das Virus wissen müssen.

Waldwühlmaus auf einem Flecken Moos
Verwandte dieser Waldwühlmaus sollen die Alaskapocken in sich tragenBild: F. Hecker/dpa/picture alliance

Die Alaskapocken (englisch: Alaskapox) gehören zu den sogenannten Orthopoxviren oder "Säugerpocken" und sind mit Pocken, Kuhpocken und Mpox (ursprünglich als "Affenpocken" bekannt) verwandt. Infektionen sind bisher nur im US-Bundesstaat Alaska aufgetreten.

Seit dem ersten Fall im Jahr 2015 sind bisher nur insgesamt sieben Infektionen bei Menschen gemeldet worden. Bis auf den aktuellen Fall verliefen alle Infektionen mild und erforderten keinen Krankenhausaufenthalt.

Die Alaskapocken-Patienten berichteten über eine oder mehrere Hautläsionen, die Spinnen- oder Insektenbissen ähneln. Zu den Symptomen gehören auch geschwollene Lymphknoten und Gelenk- oder Muskelschmerzen, die in der Regel innerhalb weniger Wochen abklingen.

Wie wird das Virus übertragen?

Forscher glauben, dass das Virus eine sogenannte Zoonose sein könnte, also von Tieren auf den Menschen übertragen werden kann. Die Gesundheitsbehörden Alaskas berichteten, dass Alaskapocken 2020 und 2021 bei zwei Arten von Kleinsäugern - Wühlmäusen und Spitzmäusen - im Fairbanks North Star Borough, einem Bezirk im Bundesstaat Alaska, festgestellt wurden. Dort traten auch die meisten der menschlichen Fälle auf.

Wie genau das Virus vom Tier auf den Menschen übergesprungen ist, ist noch unklar. Die Patienten könnten sich über Haustiere angesteckt haben, die wiederum mit infizierten Wühl- oder Spitzmäusen in Kontakt gekommen waren. Das könnte auch im Fall des verstorbenen Patienten passiert sein.

Direkte Übertragungen von Mensch zu Mensch wurden zwar bisher nicht beobachtet. Experten warnen jedoch davor, dass andere Orthopoxviren durch direkten Kontakt mit infektiösen Hautläsionen übertragen werden können. Sie raten Menschen mit Hautläsionen, die möglicherweise durch Alaskapocken verursacht wurden, die betroffene Stelle mit einem Verband abzudecken.

Zoonosen - kommt die nächste Pandemie?

05:03

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Was wissen wir über den Alaskapocken-Todesfall?

Der nun in Alaska verstorbene Mann wurde von den Gesundheitsbehörden als "älter" bezeichnet, sein genaues Alter gaben die Behörden nicht bekannt.

Er lebte auf der abgelegenen Kenai-Halbinsel, die vor der Südküste des Bundesstaates in den Golf von Alaska ragt. Die Halbinsel ist mehr als 483 Kilometer (300 Meilen) von der zweitgrößten Stadt Alaskas, Fairbanks, entfernt, wo die sechs anderen Fälle auftraten. Die Gesundheitsbehörden vermuten daher, dass sich das Virus auf kleine Säugetiere außerhalb dieser Region ausgebreitet hat.

Der Mann nahm im Rahmen seiner Krebsbehandlung Medikamente ein, die das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken. "Der immungeschwächte Status des Patienten hat wahrscheinlich zum Schweregrad der Erkrankung beigetragen", so das Gesundheitsministerium von Alaska in einem Bulletin zu diesem Fall.

Im September 2023 entdeckte der Erkrankte rote Pusteln in seiner rechten Achselhöhle. Im November wurde er wegen Müdigkeit, Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit in seinem rechten Arm ins Krankenhaus eingeliefert. Die Ärzte entdeckten vier weitere Läsionen an seinem Körper.

Tests ergaben schließlich, dass der Mann an Alaskapocken erkrankt war. Später "zeigte er eine verzögerte Wundheilung, Unterernährung, akutes Nierenversagen und Atemstillstand", so das Gesundheitsministerium von Alaska. Der Patient starb im Januar 2024.

Der Mann hatte allein gelebt und war nicht verreist, bevor er sich infizierte. Er hatte jedoch berichtet, dass er sich um eine streunende Katze kümmerte, die regelmäßig kleine Säugetiere jagte und ihn häufig kratzte - so auch in der Nähe seiner Achselhöhle, kurz bevor sich dort die erste Läsion entwickelte.

Es ist möglich, dass die Katze mit einer infizierten Wühlmaus oder einem anderen kleinen Säugetier in Kontakt gekommen war und die Infektion dann an den Mann weitergegeben hatte.

Möglicherweise könnten Haustiere, die mit infizierten Kleintieren in der Wildnis Kontakt hatten, Alaskapocken an Menschen weitergeben.Bild: ingimage/IMAGO

Was tun, wenn Sie glauben, dass Sie Alaskapocken haben?

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie glauben, dass Sie sich mit dem Virus angesteckt haben könnten. Vermeiden Sie es, Läsionen an Ihrem Körper zu berühren.

Es gibt zwar keine Beweise für eine Übertragung von Alaskapocken von Mensch zu Mensch, aber einige andere Orthopoxviren verbreiten sich über den Kontakt mit den infektiösen Läsionen der Erkrankten, so dass die Gesundheitsbehörden Alaskas zur Vorsicht raten.

Sie empfehlen Menschen, die an Alaskapocken erkrankt sein könnten, "gute Handhygiene zu praktizieren, die gemeinsame Benutzung von Kleidungsstücken, die mit den Läsionen in Berührung gekommen sein könnten, zu vermeiden und Kleidung und Bettwäsche [von möglicherweise Infizierten] getrennt von anderen Haushaltsgegenständen zu waschen."

Carla Bleiker Redakteurin, Channel Managerin und Reporterin mit Blick auf Wissenschaft und US-Politik.@cbleiker