1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Alexander Zverev verpasst Halbfinale

16. November 2017

Alexander Zverev erlebt eine Achterbahnfahrt im letzten Gruppenspiel beim ATP Finale in London. Gegen den US-Amerikaner Jack Sock kämpft er sich aus einem Tief zurück. Der entscheidende Satz gleicht einem Psycho-Drama.

ATP-World Tour Finals Halbfinale Zverev vs Sock
Bild: Imago/Colorsport

Entschlossenheit pur demonstriert Alexander Zverev in der Pause nach dem zweiten Satz. In der abgedunkelten Halle tigert er über das Spielfeld und wartet auf seinen Gegner. Nach einem hart umkämpften 4:6 im ersten Durchgang hat er gerade den zweiten Satz mit druckvollem Tennis souverän für sich entschieden. 6:1 steht auf der Anzeigetafel. Zverev will weitermachen. Den Flow behalten. Doch Jack Sock musste mal. Oder wollte. Zur Toilette.

Wenn er damit Zverevs Rhythmus durcheinanderbringen wollte, geht der Plan zunächst nicht auf. Sock beginnt den dritten Durchgang gleich mit einem Doppelfehler. Schnell gelingt Zverev das Break. Die Partie scheint in seine Richtung zu kippen. Doch dann beginnen die Fehler. Der 20-Jährige gerät bei eigenem Aufschlag unter Druck und schenkt den Punkt mit einem ganz schwachen Volley ins Netz her. Mit einem Mal ist die Dominanz verflogen, Zverev fehlt es an Präzision, er leistet sich mehrere Doppelfehler. Sock zieht auf 1:4 davon. Fast schon ein aussichtsloser Rückstand im entscheidenden Satz. Doch der Deutsche kommt zurück und schafft den 4:4-Ausgleich.

Zverevs Achterbahnfahrt, Socks Gleichmut

Debütant im Halbfinale: Sock hatte sich als Letzter für die ATP-Finals qualifiziert und musste seinen Golf-Urlaub absagenBild: picture-alliance/AP/A. Grant

Sock spielt in dieser Phase solide, vor allem aber fehlerfrei. Im ersten Satz hatte der gemütlich wirkende US-Amerikaner phasenweise brilliert. Er hatte Zverevs Aufschlag- und Grundlinienspiel kaum zur Entfaltung kommen lassen. Und selbst in höchster Not hatte er die besseren Reflexe, beispielsweise als Zverev ihm in einem Duell am Netz den Ball auf die Körpermitte drosch, Sock aber noch seinen Schlägerkopf auf Hüfthöhe brachte und den Punkt gewann. Im zweiten Durchgang verlor er völlig den Faden. Sock wurde vom Schiedsrichter wegen Ballwegschlagens verwarnt und sogar mit einem Punktabzug bestraft. Rechtzeitig zur entscheidenden Phase hat er sich aber wieder besser im Griff. Er bringt sein Aufschlagspiel zum 5:4 durch.

Dieser Druck macht dem schlaksigen Zverev zu schaffen. Seinen Bällen fehlt es an Entschlossenheit. Beim Stand von 30:40 leistet er sich erneut einen Doppelfehler und "schenkt" seinem Gegner Sock gleich den ersten Matchball. Für den Hamburger ist das Turnier nach seiner ersten Teilnahme schon beendet, Sock spielt am Samstag gegen den Bulgaren Grigor Dimitrow um den Einzug in das WM-Finale am Sonntag. Sock ist bei den mit acht Millionen US-Dollar dotierten ATP Finals der erste Amerikaner in der Runde der letzten vier Profis seit Andy Roddick 2007.

Federer behält weiße Weste

Cilic gratuliert Federer: nur einen Satz lang strauchelte der Rekordsieger aus der Schweiz Bild: picture alliance/AP Photo/A. Grant

Superstar Roger Federer war vor Zverevs Niederlage auch in seinem dritten Gruppenmatch bei der WM zum dritten Sieg gekommen. Der 36 Jahre alte Schweizer bezwang den Kroaten Marin Cilic 6:7 (5:7), 6:4, 6:1. Für das Halbfinale war er bereits vor dem Match qualifiziert, Cilic hatte keine Chance mehr auf ein Weiterkommen. Zuvor hatte er bereits gegen Zverev und Sock verloren. Am Samstag trifft Federer in der Vorschlussrunde entweder auf den Belgier David Goffin oder Dominic Thiem aus Österreich. Die beiden Profis spielen am Freitag um den Einzug in die Runde der letzten Vier.

jk/AR (dpa)

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen