1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Kreml weist Vergiftungsvorwurf an Nawalnys Todestag zurück

16. Februar 2026

Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz hatte Deutschlands Außenminister Johann Wadephul erklärt, der Kremlgegner Alexej Nawalny sei vor zwei Jahren vergiftet worden. Russland reagiert mit einem scharfen Dementi.

Ljudmila Nawalnaja, Alla Abrosimowa und eine weitere Frau legen am Grab von Alexej Nawalny Blumen nieder (16.02.2026)
Zweiter Todestag von Alexej Nawalny an diesem Montag: Am Grab trauerten Mutter Ljudmila Nawalnaja (r.), und Schwiegermutter Alla Abrosimowa (M.)Bild: Alexander Zemlianichenko/AP Photo/dpa/picture alliance

Der Kreml weist Vorwürfe unter anderem von Deutschlands Außenminister Johann Wadephul zu einer angeblichen Vergiftung des russischen Oppositionsführers Alexej Nawalny vor zwei Jahren im Straflager "entschieden" zurück. "Wir akzeptieren solche Anschuldigungen natürlich nicht, wir sind mit ihnen nicht einverstanden, wir halten sie für voreingenommen und unbegründet", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Laut Wadephul soll Nawalny mit dem Gift eines Pfeilgiftfrosches getötet worden sein.

Gedenken zum zweiten Todestag

Derweil besuchen viele Menschen, darunter Nawalnys Mutter, in Moskau das Grab des vor zwei Jahren im Straflager zu Tode gekommenen Kritikers des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der Todestag jährt sich am 16. Februar zum zweiten Mal - trotz Schneetreibens kamen viele Menschen schon am Vormittag zum Borissowskoje-Friedhof in der russischen Hauptstadt.

Gemeinsam mit mehreren europäischen Außenministern hatte sich Witwe Julia Nawalnaja (M.) auf der MSC zu Wort gemeldet (am Samstag)Bild: Kay Nietfeld/dpa/picture alliance

Julia Nawalnaja, die Witwe des Politikers, lebt im Exil im Ausland und wirft Putin Mord vor. Sie hatte am Samstag zusammen mit Wadephul am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) Labor-Ergebnisse bekanntgegeben, denen zufolge ihr Mann mit einem Nervengift getötet worden sein soll.

Wadephul zeigte sich schockiert, er sprach von Vergiftung. Nur der russische Staat habe die Mittel und die Möglichkeit gehabt, den Oppositionellen zu vergiften, fügte der Bundesaußenminister hinzu.

Den Leichnam erst nicht herausgegeben

Die russischen Behörden behaupten, dass Nawalny eines natürlichen Todes gestorben sei. Sie hatten seine Leiche trotz Bitten von Nawalnys Mutter tagelang nicht herausgegeben. Deshalb wurde befürchtet, dass etwaige Giftspuren womöglich nicht mehr nachgewiesen werden können. Unklar ist, wie die Gewebeproben vom Leichnam Nawalnys in den Westen gelangt sind.

Ähnlich wie die Witwe des verstorbenen russischen Oppositionsführers äußerte sich seine Mutter. Auch sie sagt, ihr Sohn sei vergiftet worden. "Wir wussten, dass unser Sohn nicht einfach im Gefängnis gestorben ist, er wurde ermordet", beklagte Ljudmila Nawalnaja am zweiten Jahrestag von Nawalnys Tod.

Alexej Nawalny war über viele Jahre hinweg der größte innenpolitische Gegner von Präsident Putin. Er brachte hunderttausende Menschen gegen die russische Führung auf die Straße.

haz/AR (dpa, afp, rtr)

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen
Den nächsten Abschnitt Top-Thema überspringen

Top-Thema

Den nächsten Abschnitt Weitere Themen überspringen