Allianz rechnet trotz "Sandy" mit höherem Gewinn
9. November 2012
Europas größter Versicherer hält trotz möglicher Belastungen als Folge von Hurrikan "Sandy" an seiner Jahresprognose für 2012 fest. Die Allianz will in diesem Jahr mehr als neun Milliarden Euro verdienen, trotz der auf bis zu 20 Milliarden Dollar geschätzten Schäden, die der Hurrikan an der US-Ostküste angerichtet hat.
Im 3. Quartal sei das operative Ergebnis im Jahresvergleich um mehr als 600 Millionen auf 2,5 Milliarden Euro gestiegen,teilte das Unternehmen in München mit. Der Nettogewinn erhöhte sich demnach von 258 Millionen auf 1,4 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte um knapp fünf Prozent auf 25,2 Milliarden Euro. Der Versicherer profitierte von geringeren Schäden aus Naturkatastrophen und einem deutlich höheren durch Kapitalanlagen erwirtschafteten Gewinn nach den Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen im Vorjahr.
Zuwächse bei Vermögens- und Lebensversicherungen
Starke Zuwächse gab es in der Vermögensverwaltung sowie der Lebens- und Krankenversicherung. In beiden Sparten seien operative Ergebnisverbesserungen von jeweils gut 58 Prozent erzielt worden. "Im anhaltend schwierigen Marktumfeld für das Lebens- und Krankenversicherungssegment konzentrieren wir uns weiter auf die Qualität unseres Portfolios”, sagte Allianz-Vorstandsmitglied Oliver Bäte. In dieser Woche gab es Diskussionen, dass die anhaltend niedrigen Zinsen einige Lebensversicherer in Deutschland gefährden könnten.
Das Fondsgeschäft der Allianz boomt ebenfalls weiter. Es trug dank positiver Währungseffekte sogar mehr zum Konzernergebnis bei als die Lebens- und Krankenversicherungen. Der Quartalsgewinn stieg auf 1,4 Milliarden Euro nach Steuern.
Naturkatastrophen sorgen für Kettenreaktionen
Nach Angaben der Allianz haben sich die Auszahlungen an Kunden für wetterbezogene Versicherungsschäden in den vergangenen 30 Jahren verfünfzehnfacht. Naturkatastrophen verursachten aber nicht nur lokal große Schäden, sie sorgten aufgrund der globalen wirtschaftlichen Vernetzung zunehmend für weltweite Kettenreaktionen.
Hurrikan "Andrew" 1992 in Florida war mit 25 Milliarden US-Dollar die bis dahin teuerste Naturkatastrophe für die Versicherer. "Andrew" brachte Versicherer an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. In den Jahren 2005 und 2006 verursachten die Stürme Katrina, Rita und Wilma einen Versicherungsschaden von 97 Milliarden US-Dollar, viermal so hoch wie der von Andrew.
Lo/sc (rtrd, dapd, dpa)