In der Rangliste der teuersten Städte der Welt ist Hongkong auf den Spitzenplatz gerückt. Am Ende der diesjährigen Liste steht auf Platz 209 die namibische Hauptstadt Windhuk.
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Die Fernost-Metropole verdrängt in der am Mittwoch von der Beratungsfirma Mercer vorgelegten Aufstellung die angolanische Hauptstadt Luanda, die drei Jahre lang als die für Ausländer teuerste Stadt der Welt galt.
Dass ausländische Besucher in Hongkong besonders tief in die Tasche greifen müssen, hat vor allem mit Wechselkursschwankungen zu tun. Die Währung der chinesischen Sonderwirtschaftszone, der Hongkong-Dollar, ist an den US-Dollar gebunden, der in der vergangenen Monaten deutlich an Wert gewonnen hat. Das macht die Stadt gerade für Besucher aus Deutschland und anderen Euro-Staaten momentan besonders teuer.
Das Preisniveau innerhalb der untersuchten Städten sei indes weitgehend stabil gewesen, heißt es bei Mercer in Paris. Manche Städte seien durch Schwankungen der Wechselkurse sogar deutlich billiger geworden. Der Wertverfall des russischen Rubels beispielsweise lässt Moskau von Platz 17 auf Platz 67 der Liste fallen.
Tokio rückt wegen des starken Yen von Platz elf auf Platz fünf vor und liegt damit hinter Singapur auf Platz vier und Zürich auf Platz drei. Der ehemalige Spitzenreiter Luanda schiebt sich auf Platz zwei. Wegen des starken US-Dollars rückten auch mehrere Städte in den Vereinigten Staaten in der Rangliste nach oben.
Für die Aufstellung untersucht Mercer jedes Jahr die Lebenshaltungskosten in mehr als 200 Städten. Es fließen dabei unter anderem die Kosten für Unterkunft, Ernährung, Verkehr und Freizeit ein.
is/ks (AFP)
Die teuersten Städte der Welt
Angolas Hauptstadt Luanda ist nicht mehr die für Ausländer teuerste Stadt der Welt - den ersten Platz in diesem Ranking hat sich ein Kandidat aus Fernost gesichert. Deutsche Städte sind global gesehen eher mittelteuer.
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Der Gewinner
Das für Ausländer teuerste Pflaster der Welt liegt in Hongkong. Die ehemalige britische Kronkolonie ist seit 1997 Teil der Volksrepublik China. Hongkong, der Name bedeutet so viel wie "Duftender Hafen", ist einer der bedeutendsten Finanzmarktplätze der Welt. Daher leben dort viele Ausländer aus der Bankenbranche - die verdienen offenbar genug, sich das Leben am Perlfluss leisten zu können.
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Der Absteiger
In ihrem letzten Ranking hatten die Unternehmensberater der Firma Mercer noch die angolanische Hauptstadt Luanda auf Platz 1 gesetzt - jetzt ist die Stadt auf Platz 2 zurückgefallen. Grund für das immer noch hohe Preisniveau: Angola lebt in der Hauptsache vom Export seiner Rohstoffe - vor allem Erdöl. Alles andere, was der Mensch zum Leben braucht, muss importiert werden. Und das kostet.
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Auf Platz 3 und in Europa am teuersten ist ...
... Zürich. Das Leben in der Bankenmetropole kann sich nicht jeder leisten. In der größten Stadt der Schweiz leben rund vierhunderttausend Einwohner. Sie wird trösten, dass ihre Stadt nicht nur teuer ist, sondern auch wegen ihrer hohen Lebensqualität gerühmt wird.
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Aufstieg wegen starker Währung
Japans Hauptstadt Tokio hat wegen des Höhenfluges der Landeswährung Yen einen großen Satz in der Mercer-Liste gemacht: Von Platz 11 auf Platz 5. Die starke Währung bedeutet für Ausländer eben, dass sie mehr Dollar, Pfund und Euro für die Miete oder eine Portion Sushi hinlegen müssen als noch vor einem Jahr. Richtig billig war das Leben in der Neun-Millionen-Metropole aber noch nie.
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Abstieg wegen schwacher Währung
Umgekehrt hat der Rubel-Verfall der russischen Hauptstadt einen Riesen-Rutsch im Ranking eingebracht: Moskau fiel vom 17. auf den 67. Platz.! Der billigere Rubel erlaubt Ausländern jetzt eben größere Sprünge in der eigentlich gar nicht so billigen Stadt an der Moskwa.
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Schlusslicht
Für sein Ranking untersucht Mercer jedes Jahr die Lebenshaltungskosten in mehr als 200 Städten und richtet sein Augenmerk vor allem auf die Kosten für Unterkunft, Ernährung, Freizeit und Verkehr. In diesem Jahr fand sich auf dem 209. und letzten Platz Windhuk wieder. Das lässt auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für in Namibia lebende Ausländer schließen.
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Die Deutschen landen im Mittelfeld
Deutsche Städte sind im Vergleich nicht billig, aber auch nicht richtig teuer: München kommt auf Rang 77, Frankfurt auf 88 und Berlin ist die Nummer 100. Einen Sprung um 11 Plätze aufwärts machte Hamburg auf Platz 133. "Preistreiber sind die Wohnkosten. Die starke Nachfrage hat in Großstädten einen Preisanstieg zur Folge", so Juliane Gruethner von der Beratungsgesellschaft Mercer.