American Airlines droht mit Kahlschlag
26. August 2020
Zum 1. Oktober - und damit etwa einen Monat vor der US-Präsidentenwahl - würden "ungefähr 19.000 unserer Teammitglieder" in den unbezahlten Zwangsurlaub geschickt oder entlassen, erklärte die Führung von American Airlines. Komme es dazu, hätte die Fluggesellschaft 40.000 Mitarbeiter weniger als vor Beginn der Corona-Krise, als es noch 140.000 gewesen seien. Die Kürzungen seien notwendig, weil sich die Geschäfte inmitten der Pandemie nicht erholt hätten, erklärten die Konzernchefs Doug Parker und Robert Isom in einem Schreiben an die Belegschaft.
Unmissverständliche Botschaft
Mit der Ankündigung machte American Airlines auch Druck auf Washington: Verhindert werden könnten die Einschnitte beim Personal nur, wenn sich der Kongress und die US-Regierung auf ein weiteres Corona-Hilfspaket einigen würden, das auch das Rettungspaket für die Fluggesellschaften verlängere, hieß es. Die Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten um ein weiteres Konjunkturpaket waren kurz vor Beginn der Sommerpause des Parlaments gescheitert.
Viele Maßnahmen des sogenannten CARES-Gesetzes, mit dem die US-Regierung die Wirtschaftskrise abfedern wollte, sind in den vergangenen Wochen ausgelaufen. US-Fluggesellschaften wie American Airlines mussten sich im Gegenzug für 25 Milliarden Dollar an Staatshilfen verpflichten, bis Ende September keinen Personalabbau vorzunehmen. Da die Lage der Luftfahrt-Branche aber weiter prekär und die Pandemie in den Vereinigten Staaten noch nicht unter Kontrolle ist, droht nun eine Entlassungswelle im Herbst.
wa/ust (dpa, afp)