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Angela Merkel kehrt zurück ins Bundeskanzleramt: als Porträt

Elizabeth Grenier | Silke Wünsch
30. Juni 2026

Die Gemäldegalerie der ehemaligen deutschen Regierungschefs wird nun durch die erste Frau erweitert, die das Amt in der Geschichte der Bundesrepublik bekleidet hat.

Porträt von Angela Merkel im blauen Blazer.
Dieses Porträt von Angela Merkel hängt ab Oktober im BundeskanzleramtBild: Axel Schmidt/REUTERS

Angela Merkel schied am 8. Dezember 2021 nach 16 Jahren offiziell aus dem Amt der Bundeskanzlerin aus. Doch erst einige Jahre später beauftragte sie einen Künstler damit, ihr offizielles Porträt für die Galerie der ehemaligen deutschen Regierungschefs malen zu lassen.

Nun wurde das Gemälde der Öffentlichkeit vorgestellt.

Zu sehen ist die Altkanzlerin in einem ihrer berühmten blauen Blazer, vor einem schlichten Hintergrund in einem warmen Goldton. Keine großen Gesten - und auch keine kleinen, denn auf die berühmte "Merkel-Raute" (Daumen und Zeigefinger beider Hände berühren sich) wurde ebenfalls verzichtet.

Bevor das Porträt seinen Platz in der Galerie des Bundeskanzleramtes erhält, in der fast alle Bundeskanzler der Nachkriegszeit verewigt sind, wird es vom 1. Juli bis 4. Oktober im Berliner Bode-Museum gezeigt.

Ein junger Künstler erhält den Auftrag

Für das Porträt entschied sich Merkel bewusst gegen einen prominenten Künstler. Sie wählte den bislang wenig bekannten Künstler Jeremie Queyras. Der deutsch-französische Maler wurde 1997 in Paris geboren und wuchs in Freiburg auf.

Merkel und Queyras bei der Präsentation des GemäldesBild: Christian Ditsch/epd

Wie die Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet, hatte der heute 28-Jährige Merkel bereits 2022 mit einem handgeschriebenen Brief kontaktiert, dem er Kopien seiner Arbeiten beilegte.

Erst im Sommer 2025 entschied sich Merkel nach einem ersten persönlichen Treffen, ihn mit dem Porträt zu beauftragen.

Für die Arbeit wurde eigens ein Atelier in Berlin eingerichtet, in dem mehrere Porträtsitzungen stattfanden. Ganz heimlich - denn bis vor Kurzem wussten nur wenige Eingeweihte, wer Angela Merkel porträtieren würde.

In einer Reihe mit den Kanzlern der Nachkriegszeit

Die Idee einer Porträtgalerie aller ehemaligen Bundeskanzler geht auf Helmut Kohl zurück, der Deutschland von 1982 bis 1998 regierte.

Angela Merkels Gemälde wird das achte Porträt der Sammlung sein – und gleich in mehrfacher Hinsicht eine Premiere: Es zeigt erstmals eine Frau und zugleich erstmals eine Person, die in der ehemaligen DDR aufgewachsen ist.

Vor den Porträts ihrer Vorgänger: Merkel 2018 im BundeskanzleramtBild: Markus Schreiber/AP Photo/picture alliance

Auf die Frage, wie sie sich dabei fühle, künftig Teil der Galerie im Bundeskanzleramt zu sein, sagte Merkel der Zeit: "Es ist schon komisch, wenn man langsam Geschichte wird."

Pragmatisch fügte sie hinzu: "Da häng' ich dann eben."

Merkels Nachfolger Olaf Scholz hat nach bisherigem Kenntnisstand bislang noch kein Porträt für die Galerie in Auftrag gegeben - und der amtierende Bundeskanzler Friedrich Merz muss bis nach seiner Amtszeit warten.

Ikonische Merkel-Porträts

Schon während ihrer Amtszeit wurde Angela Merkel mehrfach von Künstlern porträtiert – unter anderem für renommierte US-Magazine.

Ein Gemälde des Künstlers Colin Davidson zierte 2015 das Jahresendheft des Time Magazine, nachdem Merkel zur "Person of the Year" gekürt worden war. Zwei Jahre später gestaltete die US-Malerin Elizabeth Peyton das Titelbild einer Vogue-Ausgabe mit der damaligen Bundeskanzlerin.

Sogar der frühere US-Präsident George W. Bush ließ sich von Merkels ikonischem Status inspirieren: Für seine Porträtreihe mit 30 Staats- und Regierungschefs malte auch er die deutsche Kanzlerin.

Merkel und Queyras bei der Präsentation des GemäldesBild: Christian Ditsch/epd
Silke Wünsch Redakteurin, Autorin und Reporterin bei Culture Online
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