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Angespannte mazedonisch-türkische Beziehungen

28. März 2003

– Türken wollen Feierlichkeiten anlässlich des mazedonischen Nationalfeiertags boykottieren

Skopje, 28.3.2003, VEST, mazedonisch

Die türkische Botschaft in der mazedonischen Hauptstadt Skopje wird aus Protest die Feierlichkeiten anlässlich des mazedonischen Nationalfeiertags "Ilinden" am 2. August boykottieren. Der türkische Staat sei mit der Rhetorik über die türkische Geschichte nicht einverstanden, erfahren wir aus diplomatischen Quellen in Skopje. Die Türken hätten Schwierigkeiten mit dem Begriff "türkische Sklaverei", weil es sich damals (unter den Osmanen - MD) nicht um eine Sklavengesellschaft, sondern um verwaltete Gebiete gehandelt habe. Die Türken könnten auch nicht verstehen, wie es möglich sei, dass Mazedonien seit Jahren sehr gute Beziehungen zur Türkei unterhalte aber andererseits mazedonische Schulbücher Begriffe enthielten, die die türkische Nation beleidigten.

Diese Ansicht des türkischen Staates wurde der Regierung in Skopje durch den türkischen Botschafter in Skopje übermittelt. (...)

Das mazedonische Außenministerium und das Büro des Präsidenten Boris Trajkovski, der auch Schirmherr der Veranstaltung ist, gaben keine Erklärungen bezüglich der angespannten mazedonisch-türkischen Beziehungen anlässlich des Nationalfeiertages "Ilinden ab."

Der Sprecher des Präsidenten Trajkovski sagte nur, dass ihm nichts über die Ansicht der türkischen Diplomatie bekannt sei. Irritiert ist auch das Außenministerium. Dort fand sich keiner bereit, eine offizielle Erklärung abzugeben, weil der "verantwortliche Beamte für diesen Bereich außerhalb des Ministeriumsgebäudes war."

Nach inoffiziellen Informationen handelt es sich um ein Missverständnis. Es gebe keine Vorbereitungen oder gewollten Provokationen, um die Türkei zu beleidigen. Die Abgeordnete Eleonora Petrova, die auch Mitglied des Ausschusses zur Vorbereitung der Feierlichkeiten ist, ist über die Information, dass der türkische Botschafter die für Mazedonien wichtigen Feierlichkeiten boykottieren will, schockiert. (...)

"Unser Anliegen war nicht, eine antitürkische Stimmung zu schüren. Um so weniger, weil die Türkei sich als großer Freund Mazedoniens gezeigt hat. Sie war einer der ersten Staaten, der die Unabhängigkeit Mazedoniens anerkannt hat, und sie hilft uns weiterhin", fügte Petrova hinzu.

Die entstandenen Missverständnisse um Begriffe kann man ohne Probleme lösen. In dem Ausschuss zur Vorbereitung der Feierlichkeiten ist der Begriff "türkische Sklaverei" in "türkische Dominanz" geändert worden. (fp)

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