1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
Politik

Anhörung gegen Huawei-Finanzchefin

21. Januar 2020

Das Gericht in Vancouver soll in den kommenden fünf Tagen klären, ob die US-Vorwürfe gegen Meng Wanzhou auch in Kanada als Straftat gelten. Die USA verlangen die Auslieferung der Huawei-Finanzchefin.

Kanada Gericht beginnt mit Anhörung zur Auslieferung von Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou
Meng Wazhou ist die älteste Tochter des Huawei-Firmengründers Ren Zhengfei Bild: AFP/D. MacKinnon

Die in Kanada unter Auflagen freigelassene Huawei-Finanzchefin, Meng Wanzhou, will sich mit aller Kraft gegen eine Auslieferung in die USA wehren. Die US-Behörden werfen der ältesten Tochter des Huawei-Firmengründers Ren Zhengfei Verstöße gegen die Iran-Sanktionen vor.

Die 47-jährige Meng traf mit einer elektronischen Fußfessel am Knöchel vor Gericht ein. Die Finanzchefin des Smartphone- und Technologieriesen war Anfang Dezember 2018 auf Betreiben der USA in der westkanadischen Stadt Vancouver festgenommen worden. Sie kam gegen Zahlung einer Millionen-Kaution und unter strengen Auflagen frei und lebt seit einem Jahr in einem ihrer zwei Anwesen in Vancouver.

Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou zeigt ihre FußfesselBild: AP

Mengs Anwälte bezeichnen die Festnahme ihrer Mandantin als "illegal". Für Mengs Vater gehören die Vorwürfe zu einer US-Verschwörung, um Huawei zu schaden. Die USA sehen die chinesische Firma als Sicherheitsrisiko an. Peking drängt Ottawa zur Freilassung von Meng und bezeichnet den Fall als "ernsten politischen Vorfall". Die USA und Kanada würden ihr "bilaterales Auslieferungsabkommen missbrauchen", sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums.

Peking setzt Kanada unter Druck

Vor Gericht soll nun in den kommenden fünf Tagen geklärt werden, ob die US-Vorwürfe gegen Meng auch in Kanada als Straftat gelten. Meng soll laut den US-Behörden der britischen Bank HSBC nicht die Wahrheit über Huaweis Beziehung zu dessen iranischer Tochterfirma gesagt haben. Sehen die Richter den Vorwurf auch unter kanadischem Gesetz als Straftatbestand, dann würde das Verfahren im Juni weitergeführt werden.

Meng Wanzhou vor Gericht in VancouverBild: Reuters/J. Wolsak

Der Fall hat Kanada in den Mittelpunkt des globalen Machtkampfes zwischen den USA und China gerückt. Peking setzt Washington sowohl wirtschaftlich als auch politisch unter Druck. Es beschränkte die Lieferung landwirtschaftlicher Waren nach China und nahm kurz nach der Festsetzung Mengs zwei Kanadier wegen Spionageverdachts fest, was von vielen Seiten als Vergeltungsmaßnahme gesehen wurde. Peking sieht die Freilassung Mengs als "Vorbedingung" für verbesserte bilaterale Beziehungen.

nob/rb (ap, afp)

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen