1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
Politik

Anschlag überschattet Präsidentenwahlkampf

28. Juli 2019

Die Gewalttat in Kabul galt dem Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten, Amrullah Saleh. Dieser selbst kam mit leichten Blessuren davon. Doch mehrere Menschen wurden getötet, etliche schwer verletzt.

Afghanische Sicherheitskräfte sichern das Areal des Anschlagsortes in Kabul ab (Foto: picture-alliance/AP Photo/R. Gul)
Afghanische Soldaten sichern das Areal des Anschlagsortes in Kabul abBild: picture-alliance/AP Photo/R. Gul

Bei dem Angriff auf das Büro des Vizepräsidentenkandidaten Amrullah Saleh in der afghanischen Hauptstadt sind mindestens zwei Menschen getötet worden, mehr als 20 wurden verletzt. Diese Zahlen nannte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Kabul.

Saleh ein entschiedener Gegner der Taliban 

Zunächst kam es laut Innenministerium in der Nähe des Büros der Partei "Green Trend" (AGT) von Saleh zu einer Explosion. Anschließend seien mehrere Angreifer in das Gebäude eingedrungen. Einer sei getötet worden. Saleh wurde durch einen Granatsplitter leicht verwundet und dann in Sicherheit gebracht. Er ist der Kandidat von Präsident Aschraf Ghani für das Amt seines Stellvertreters. Bislang hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt.

Amrullah Saleh tritt für die Partei "Green Trend" (AGT) anBild: Getty Images/AFP/W. Kohar

Der lokale TV-Sender ToloNews berichtete, Saleh habe sich zum Zeitpunkt des Angriffs im Büro aufgehalten. Er war früher Innenminister und Chef des Geheimdienstes NDS. Saleh gilt als Anti-Taliban-Hardliner und Kritiker des pakistanischen Geheimdienstes. 

Taliban weiter gegen innerafghanische Gespräche

An diesem Sonntag hat der Wahlkampf für die afghanische Präsidentenwahl begonnen, die am 28. September stattfinden soll. Der Anschlag auf Saleh passierte einen Tag, nachdem die Regierung in Kabul erklärt hatte, sie werde innerhalb von zwei Wochen direkte Friedensverhandlungen mit den radikalislamischen Taliban aufnehmen. Die Taliban dementierten dies inzwischen. Innerafghanische Gespräche werde es erst nach einer Ankündigung über den Rückzug internationaler Streitkräfte aus dem Land geben, erklärte Sohail Schahin, der Sprecher des politischen Büros der Taliban.

Erst am Donnerstag wurden bei drei Explosionen in Kabul mindestens elf Menschen getötet und fast 50 verletzt. Zwei Explosionen hatten einen Bus mit Mitarbeitern des Bergbauministeriums zum Ziel. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte den Angriff für sich. Zu einem Autobomben-Anschlag wenig später bekannten sich die Taliban. Ziel sei ein Konvoi der internationalen Streitkräfte gewesen.

sti/jj (dpa, afp)

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen