Attentat auf Obama geplant
28. Oktober 2008
Wie die für für Waffen, Sprengstoff und Alkohol zuständige Bundespolizeibehörde mitteilte, sollen die beiden Skinhedas, der 20-jährige Daniel C. aus dem US-Staat Tennessee und der 18 Jahre alte Paul S. aus Arkansas, geplant haben, zunächst eine überwiegend von Schwarzen besuchte Schule zu überfallen und dort 88 Schüler zu ermorden. Anschließend, so der Plan der bereits am vergangenen Mittwoch verhafteten Neonazis, wollten sie aus einem fahrenden Auto heraus während einer Wahlkampfkundgebung auf Barack Obama schießen.
Obama unter Polizeischutz
Der erste schwarze Präsidentschaftskandidat in den USA wird seit Mai 2007 vom Secret Service beschützt - so früh, wie nie ein Präsidentschaftskandidat zuvor.
Bereits im Vorwahlkampf hat sich Obama etlicher rassistischer Anwürfe aus dem Lager der später unterlegenen New Yorker Senatorin Hillary Clinton ausgesetzt gesehen. Zuletzt kamen von der republikanischen Vizepräsidentschaftsanwärterin Sara Palin Anschuldigungen, Obama wäre ein verkappter islamistischer Fundamentalist und pflege entsprechende Kontakte und Freundschaften. Obama selbst hat auf rassistische Äußerungen bislang sehr zurückhaltend reagiert. Kritiker haben ihm deshalb sogar vorgeworfen, er sei "nicht schwarz genug".
In jüngsten Umfragen liegt Obama mit 49% der Stimmen rund 4 Punkte vor dem Republikaner John McCain. Doch noch gibt es viele unentschlossene Wähler. Doch für die Afroamerikaner ist allein die Kandidatur Obamas ein wahrgewordener Traum. Sie versprechen sich eine tatsächliche Verbesserung ihrer Lebensumstände. Auch 40 Jahre nach dem Tod des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King sind Rassismus und Diskriminierung in den USA an der Tagesordnung.
Das "Nichts" als Kunst
Am Sonntag hat in der Brasilianischen Industriemetropole Sao Paulo die 28. Biennale ihre Pforten geöffnet. Die Kunstausstellung ist nach Venedig die zweitälteste Veranstaltung ihrer Art überhaupt. Durch die Biennale soll die zeitgenössische Kunst, vor allem Westeuropas und der USA, in Brasilien bekannt gemacht werden. Gleichzeitig will sich Sao Paulo selbst als internationales Kunstzentrum etablieren. Doch angesichts von inzwischen rund 200 Biennalen in aller Welt, die ganz ähnliche Ziele verfolgen, stellte sich dem Kurator Ivo Mesquita die Frage, worin sich die Ausstellung von Sao Paulo von den anderen unterscheiden will. Der Kunstprofessor selbst ist der größte Kritiker der Biennale - und würde ihr am liebsten eine längere Denkpause verordnen.
Redaktion: Mirjam Gehrke