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Anklage nach Messerangriff auf Juden in London

1. Mai 2026

Nach dem Anschlag auf zwei Juden in London ist gegen den mutmaßlichen Täter Anklage wegen versuchten Mordes erhoben worden. Die Terrorwarnstufe in Großbritannien wurde auf die zweithöchste Stufe angehoben.

Großbritannien London 2026 | Messerangriff auf jüdische Passanten in Golders Green
Polizeibeamte am abgesperrten Tatort in LondonBild: Justin Tallis/AFP

Dem mutmaßlichen Täter werden zweifacher versuchter Mord und der Besitz einer Stichwaffe an einem öffentlichen Ort zur Last gelegt, wie die Polizei mitteilte. Bei dem Angriff am Mittwoch im Londoner Stadtteil Golders Green, in dem viele Juden leben, verletzte der 45-Jährige zwei Männer mit einem Messer. Anschließend ging er auf Polizeibeamte los und wurde festgenommen.

Zu dem Angriff vom Mittwoch hatte sich die bis vor wenigen Wochen weitgehend unbekannte pro-iranische Hayi-Gruppe bekannt. Die Behörden stuften die Attacke als "terroristischen" Anschlag ein.

Die Behörden hoben die Terrorwarnstufe im Vereinigten Königreich inzwischen auf das zweithöchste Niveau an. Nach Angaben des Innenministeriums bedeutet dies, dass ein Anschlag in den kommenden sechs Monaten "sehr wahrscheinlich" ist. Wie die Nachrichtenagentur PA berichtete, wurde die Warnstufe erstmals seit November 2021 wieder auf "severe" (schwer) gesetzt. 

Das Übel des Antisemitismus

"Ich weiß, dass dies für viele Menschen Anlass zur Sorge sein wird, insbesondere für unsere jüdische Gemeinschaft, die so viel erlitten hat", sagte Innenministerin Shabana Mahmood. Die Regierung werde "alles in unserer Macht Stehende tun", um das Übel des Antisemitismus aus der Gesellschaft zu verbannen.

Premierminister Keir Starmer (M.), Innenministerin Shabana Mahmood und der Londoner Polizeichef Mark Rowley besuchten nach dem Angriff die jüdische Gemeinde im Stadtteil Golders GreenBild: Stefan Rousseau/REUTERS

Im März und April wurde in London eine Vielzahl von Angriffen auf jüdische und israelische Einrichtungen verübt, in den meisten Fällen handelte es sich um Brandanschläge. Der britische Premierminister Keir Starmer hatte vor diesem Hintergrund eine "schnelle und sichtbare Reaktion" der Justiz gefordert.

Unterdessen wird in Großbritannien emotional über eine bedrohliche Zunahme antisemitischer Gewalt debattiert. Er sehe eine "beinahe pandemische Ausbreitung von Antisemitismus in der Gesellschaft", erklärte der Londoner Polizeichef Mark Rowley gegenüber dem Rundfunksender Times Radio. Der britische Oberrabbiner Ephraim Mirvis sagte der BBC, man erlebe eine "Normalisierung des Antisemitismus", dem in der Vergangenheit nicht ausreichend ernsthaft begegnet worden sei.

gri/haz (afp, dpa)

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