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KriminalitätBelgien

Terrorermittlungen nach Explosion vor Synagoge in Lüttich

9. März 2026

Bei einer Explosion im belgischen Lüttich ist eine Synagoge beschädigt worden. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Die Behörden gehen von einem antisemitischen Hintergrund aus und haben Ermittlungen aufgenommen.

Belgien Lüttich 2026 | Polizeiabsperrung nach Explosion in der Nähe einer Synagoge
Einsatzkräfte sichern die gesperrte StraßeBild: Valentin Bianchi/AP Photo/dpa/picture alliance

Die belgische Bundesstaatsanwaltschaft geht nach eigenen Angaben Hinweisen auf eine terroristische Straftat nach. Die genaue ​Ursache der Detonation war zunächst unklar. Der Vorfall hatte sich in der Nacht zum Montag ereignet.

Durch die ​Wucht ‌der Explosion entstanden nach Angaben der Polizei Sachschäden. Laut dem öffentlich-rechtlichen Sender RTBF barsten die Fenster der Synagoge sowie die eines Gebäudes auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Die Polizei sperrte die ‌überwiegend ​aus Wohnhäusern bestehende Straße am Ufer der Maas gegenüber dem Stadtzentrum weiträumig ab.

Der belgische Innenminister Bernard Quintin sprach im Onlinedienst X von einer "antisemitischen Tat, die sich direkt gegen die jüdische Gemeinde in Belgien richtet". Die Sicherheitsvorkehrungen an ähnlichen Orten würden ⁠verstärkt.

Bürgermeister spricht von gezielter Tat

Der Lütticher Bürgermeister Willy Demeyer verurteilte die Tat scharf. Sie sei "gezielt" vor der Synagoge verübt worden, sagte er dem Sender RTBF. "Wir wollen in der Stadt keine importierten Konflikte, die eigentlich anderswo stattfinden", fügte er mit Blick auf den Iran-Krieg hinzu.

Die Polizei ermittelt nach der Explosion an der SynagogeBild: John Thys/AFP

Auch der Präsident des Koordinierungsausschusses der jüdischen Organisationen Belgiens, Yves Oschinsky, zeigte sich betroffen. Er sprach von einem "äußerst beunruhigenden, schweren und besorgniserregenden antisemitischen Akt", wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Lüttich liegt gut 40 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die dortige Synagoge wurde 1899 errichtet und beherbergt auch ein Museum zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in der Stadt. In ganz Belgien leben etwa 45.000 Jüdinnen und Juden.

gri/haz (rtr, afp, dpa)

Redaktionsschluss 17.30 Uhr (MEZ) - Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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