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Ölunfall legt Schiffsverkehr im Hafen von Antwerpen lahm

10. April 2026

Rund 50 Schiffe stecken fest, wichtige Zufahrten sind gesperrt: Nach einem Zwischenfall beim Betanken breitet sich ausgelaufenes Öl in dem belgischen Hafen aus. Es beeinträchtigt Betrieb sowie Umwelt gleichermaßen.

Niederländische Küstenwache bei Aufräumarbeiten
Niederländische Küstenwache hilft den belgischen Nachbarn bei Aufräumarbeiten nach Ölaustritt im Hafen AntwerpenBild: Nicolas Tucat/AFP

Ein Ölaustritt hat den Schiffsverkehr im Hafen von Antwerpen in Belgien erheblich beeinträchtigt. Europas zweitgrößter Containerhafen ist derzeit nur eingeschränkt erreichbar, nachdem beim Betanken eines Schiffes am Deurganck-Dock Öl ausgelaufen war.

Nach Angaben der Hafenbehörde breitete sich die Verschmutzung trotz eingeleiteter Reinigungs- und Eindämmungsmaßnahmen über Nacht weiter aus. Besonders betroffen ist der wichtigste Seezugang über den Fluss Schelde, der aus Richtung Nordsee derzeit "komplett blockiert" ist, wie ein Sprecher bestätigte. Die Einfahrt zum betroffenen Dock sowie Teile des Flusses und zwei Schleusen wurden vorsorglich gesperrt.

Rund 50 Schiffe warten aktuell darauf, den Hafen im Norden Belgiens ansteuern oder verlassen zu können. Die Zufahrt ist derzeit nur noch über südliche und östliche Verbindungen möglich. Auch Schiffe am Europaterminal, mehrere Binnenschiffe sowie Schlepper sind von den Einschränkungen betroffen.

Ölaustritt inzwischen gestoppt

Die Ursache des Vorfalls liegt laut Betreiber im Betankungsvorgang eines Schiffes. Medienberichten zufolge handelt es sich um das Containerschiff "MSC Denmark VI". Die Reederei bestätigte eine Verwicklung, machte jedoch keine weiteren Angaben. Das ausgetretene Öl sei inzwischen gestoppt worden, betroffene Schiffe wurden gereinigt.

Unklar bleibt, wie lange die Störungen anhalten werden. Der Hafen zeigt sich jedoch vorsichtig optimistisch: "Wir hoffen, dass der Hafen in 24 Stunden wieder voll funktionsfähig sein wird", erklärte ein Sprecher.

Öl gefährdet Naturschutzgebiete

Neben den wirtschaftlichen Folgen rücken auch ökologische Risiken in den Fokus. Entlang der Schelde befinden sich empfindliche Naturgebiete, die durch die Verschmutzung gefährdet sein könnten. Der Hafenbetreiber betonte: "Der Schutz unserer Umwelt hat für uns oberste Priorität, und wir tun alles in unserer Macht Stehende, um sowohl betriebliche als auch ökologische Schäden so gering wie möglich zu halten."

Der Hafen von Antwerpen zählt zu den wichtigsten Logistikdrehscheiben Europas. Im Jahr 2024 wurden dort rund 278 Millionen Tonnen Waren umgeschlagen.

pgr/ust (dpa, afp)

Redaktionsschluss: 16:00 Uhr (MESZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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