1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Argentiniens Staatschef Milei feiert Haushaltsüberschuss

18. Januar 2025

Der argentinische Präsident Javier Milei, der sich selbst als "Anarcho-Kapitalist" bezeichnet, verordnete seinem Land einen extrem harten Sparkurs. Dieser zeigt nun Wirkung.

Javier Milei ballt die Faust
Mit viel Selbstbewusstsein ausgestatteter Präsident: Javier MileiBild: FILIPPO MONTEFORTE/AFP

"Die Versprechen wurden eingehalten", erklärte der argentinische Staatschef Javier Milei. "Das 'Nulldefizit' ist eine Realität. Es lebe die Freiheit, verdammt noch mal", schrieb der 54-Jährige im Onlinedienst Instagram.

Das Wirtschaftsministerium in Buenos Aires hatte am Freitag verkündet, dass Argentinien erstmals seit 2010 wieder ein Jahr mit einem Haushaltsüberschuss abschließen konnte. Die Mehreinnahmen lagen 2024 demnach bei umgerechnet 1,6 Milliarden Euro. Das entspricht 0,3 Prozent des argentinischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

"Es gibt kein Geld"

Jahrelang hatte Argentinien deutlich über seine Verhältnisse gelebt, zudem ist der südamerikanische Staat beim Internationalen Währungsfonds (IWF) hoch verschuldet. Milei hatte deshalb bei seinem Amtsantritt im Dezember 2023 eine "Schocktherapie" für Argentinien angekündigt, die vor allem massive Einschnitte bei den Staatsausgaben umfasst. Das Mantra des ultraliberalen Präsidenten lautet: "No hay plata" ("Es gibt kein Geld").

Erreicht wurde der Haushaltsüberschuss insbesondere durch starke Kürzungen bei öffentlichen Bauvorhaben, Transferleistungen an die Provinzen, Subventionen und Renten. Die Einnahmenseite wurde hingegen durch eine Reihe von Sondereffekten gestärkt, die sich in diesem Jahr jedoch nicht wiederholen dürften. 

Javier Milei - Heilsbringer oder Zerstörer?

05:02

This browser does not support the video element.

Im ersten Jahr seiner Amtszeit war es Milei zudem gelungen, die Inflation in Argentinien fast zu halbieren. Mit knapp 118 Prozent ist sie aber immer noch eine der höchsten weltweit.

Kurzfristiger Schmerz?

Durch eine Rezession gerieten im vergangenen Jahr allerdings auch Millionen Menschen zusätzlich unter die Armutsgrenze. Der IWF rechnet für 2024 mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 3,5 Prozent.

Milei spricht von kurzfristig schmerzhaften Maßnahmen, die Argentinien auf lange Sicht zu neuer Blüte verhelfen würden. Für 2025 hat seine Regierung eine Erholung der Wirtschaft mit einem BIP-Wachstum von fünf Prozent vorhergesagt.

wa/haz (afp, dpa)

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen