Armut in Serbien größer als erwartet
1. Juli 2003Belgrad, 30.6.2003, B92, engl.
Jurij Bajec, der Koordinator des serbischen Expertenteams, das mit der Ausarbeitung einer Strategie zur Verringerung der Armut betraut ist, hat heute (30.6.) erklärt, die offizielle Zahl von 800 000 in Armut lebenden Menschen in Serbien stelle nur die Hälfte der realistischen Zahl dar.
Auf einer Roundtable-Konferenz mit dem Titel "Gesundheits-, Sozial und Bildungspolitik in der Strategie zur Verringerung der Armut" sagte Bajec: "Die Armutsquote in Serbien liegt viel höher als die Statistik ausweist, denn es gibt mindestens 800 000 weitere Menschen in Serbien unterhalb der Armutsgrenze, und das ist eine recht hohe Zahl".
Bajec erläuterte, dass die Strategie zur Verringerung der Armut ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um fünf Prozent vorsehe, um eine finanzielle Basis für die Verringerung der Zahl der in Armut lebenden Menschen zu erreichen.
Die Strategie sei in die mittelfristige Wirtschafts- und Finanzpolitik der serbischen Regfierung eingearbeitet und der Plan werde "erreicht durch die Schaffung neuer Jobs und die Suche nach Jobs für diejenigen, die ihre gegenwärtigen Jobs aufgrund von Privatisierungen verlieren, sowie, indem besonders verwundbare Gruppen wie Flüchtlinge, Binnenvertriebnem, Roma, Kinder und andere, die bislang in diesem Prozess unzureichend vertreten sind, herausgegriffen werden.
"Wie sind nun in der abschließenden Phase der zweiten Version, die, sobald sie fertig ist, zur Billigung an die serbische Regierung übermittelt und an die Exekutivausschüsse der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds weitergeleitet werden wird.
"Danach wird die Strategie als offizielles Dokument verabschiedet, das die serbische Regierung zur Umsetzung verpflichtet, damit die Armut in Serbien verringert wird", fügte er hinzu. (MK)