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PolitikIran

Prominente Reformer im Iran nach Protesten festgenommen

9. Februar 2026

Im Iran geraten nach den Massenprotesten im Dezember immer mehr bekannte Politikerinnen und Politiker ins Visier der Justiz. Die Führung der Islamischen Republik wirft ihnen unter anderem "Aufstachelung" vor.

Asar Mansuri, Reformpolitikerin aus dem Iran
Neue Festnahmen von Oppositionspolitikern im Iran - unter ihnen ist auch die bekannte Reformerin Asar Mansuri Bild: Fars/Wikimedia

Rund einen Monat nach den Massenprotesten im Iran sind dort weitere prominente Persönlichkeiten des politischen Reformlagers festgenommen worden. Neben Asar Mansuri, der Vorsitzenden einer reformistischen Partei, seien mehrere weitere Politikerinnen und Politiker inhaftiert worden, berichten iranische Medien übereinstimmend. Die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan bestätigte die Festnahme von vier Politikern. Die Justiz wirft ihnen "Aufstachelung" sowie die "Verbreitung unwahrer Positionen" vor.

Bekannte Namen 

Neben Mansuri wurde den Medienberichten zufolge auch Ebrahim Asgharsadeh festgenommen, ein bekannter Politiker und Kritiker der ultrakonservativen Führung. Er war Abgeordneter im Parlament und Mitglied des Teheraner Stadtrats. Ebenfalls festgenommen wurde Mohsen Aminsadeh, ein früherer Vize-Außenminister unter dem moderaten Präsidenten Mohammad Chatami. Er gilt als erfahrener Diplomat und ist Gründungsmitglied einer Reformpartei.

Ende Dezember hatte es - wie hier in Teheran - Massenproteste gegen das Regime gegeben. Bild: Sohrab/Middle East Images/IMAGO

Ende Dezember kam es im Iran wegen der schweren Wirtschaftskrise zu Demonstrationen, die sich schnell zu Massenprotesten gegen die autoritäre Herrschaft des Landes entwickelten. Auf dem Höhepunkt der Proteste töteten Sicherheitskräfte in den Nächten des 8. und 9. Januar Tausende Demonstranten, wie Menschenrechtler berichteten. Der Staat hingegen verbreitet eine andere Darstellung: Von den Erzfeinden USA und Israel angeheuerte Söldner sollen landesweit terroristische Attacken verübt haben. Mehrere prominente Journalistinnen sowie Politiker des gemäßigten Reformlagers hatten sich öffentlich kritisch zu dieser offiziellen Version der Geschehnisse geäußert. Ihnen drohen juristische Konsequenzen.

Weitere Haftstrafe für Friedensnobelpreisträgerin

Am Sonntag war bekannt geworden, dass die inhaftierte iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi zu einer neuen Gefängnisstrafe verurteilt worden ist. Ein Gericht habe eine Haft von 7,5 Jahren gegen die 53-Jährige verhängt, teilte die Narges-Stiftung ⁠mit. Das ‍Strafmaß setzt sich den Angaben zufolge aus sechs Jahren Haft wegen Verschwörung gegen die nationale Sicherheit und 1,5 ⁠Jahren wegen Propaganda gegen den Staat zusammen. Zudem ist sie ‌aus der Hauptstadt Teheran verbannt worden und muss nach der ‌Gefängnisstrafe ⁠zwei Jahre in der entlegenen Stadt Khusf wohnen und darf keine Reisen unternehmen.

Irans Justiz hat gegen Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi eine weitere Haftstrafe verhängtBild: Nooshin Jafari/Middle East Images/picture alliance

Mohammadi erhielt 2023 den Friedensnobelpreis für ‍ihren jahrzehntelangen Kampf für Frauenrechte und gegen die Todesstrafe. ​Wegen ​Kritik an der Regierung der Islamischen Republik saß sie bereits über zehn Jahre im Gefängnis. In Agenturberichten heißt es, sie sei gesundheitlich angeschlagen.

haz/pg (dpa, rtr, afp)

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