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Asiens Fußball will durchstarten

Janek Speight
3. Januar 2019

Mit dem größten Teilnehmerfeld seiner Geschichte soll der Asien Cup 2019 auch weltweit die Fußballfans in seinen Bann ziehen. Gespielt wird in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

AFC Asian cup Pokal
Bild: Getty Images/AFP/G. Cacace

Der Asien Cup 2019 soll dem Fußball des Kontinents einen Schub geben. Dafür wurde der Wettbewerb von 16 auf 24 Mannschaften aufgestockt. Mit der Öffnung des Turniers durch den Asiatischen Fußballverband AFC sind auch kleinere Nationen auf den Plan getreten und haben dem Fußball des Kontinents neues Leben eingehaucht. Gespielt wird ab dem 5. Januar in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Seit wann gibt es den Asien Cup?
Der Asien Cup begann 1956 als Vierer-Turnier mit Gastgeber Hongkong, Südkorea, Israel und Südvietnam und wird seitdem im Vierjahresrhythmus ausgespielt. Südkorea gewann die ersten beiden Titel. Sieben weitere Mannschaften wurden seither Asienmeister. Japan ist mit vier Triumphen Rekordtitelträger, gefolgt von Iran und Saudi-Arabien mit je drei Erfolgen. Titelverteidiger ist Australien, das sich beim Heim-Turnier 2015 im Finale gegen Südkorea, trainiert vom deutschen Ex-Nationalspieler Uli Stielicke, mit 2:1 durchgesetzt hatte.

Wer sind die Neulinge?
Ihr Asien-Cup-Debüt geben die Philippinen, die Bergnation Kirgisien und der vom Bürgerkrieg gebeutelte Jemen. Auch Südostasien, die am schnellsten wachsende Fußballregion des Kontinents, profitiert von der Aufstockung des Teilnehmerfelds. Nachdem 2011 und 2015 keine Mannschaften aus der Region vertreten waren, sind es nun gleich drei: Vietnam, Thailand und die Philippinen. Vor allem Thailand wird angesichts der rasanten Entwicklung als Fußballnation zugetraut, beim Turnier in den Emiraten für Furore zu sorgen. 

Wer sind die Favoriten?
Als Hauptanwärter auf den Titel wird Japan gehandelt, nicht zuletzt wegen der starken Leistung bei der WM 2018 in Russland. Dort hatten die "Blauen Samurai" das Achtelfinale erreicht, in dem sie gegen den späteren WM-Dritten Belgien trotz 2:0-Führung noch mit 2:3 verloren hatten.

Unglücklicher WM-K.o. in RusslandBild: Reuters/M. Djurica

Die Japaner überzeugen nicht nur durch hohes technisches Können, sondern sind auch körperlich robuster als in früheren Zeiten. Hajima Moriyasu hat seinen Posten als Nationaltrainer nach der WM angetreten und seine Mannschaft seitdem verjüngt. Routiniers wie der zurückgetretene Keisuke Honda oder die aussortierten Shinji Kagawa oder Shinji Okazaki sind nicht mehr dabei. Moriyasu will der nächsten Spieler-Generation wie dem Sturmtrio Shoya Nakajima, Takumi Minamino und Ritsu Doan die Chance auf den Titel ermöglichen.

Zu den Favoriten zählt auch Iran, in den letzten vier Jahren Asiens beste Mannschaft. Trainiert wird das Team seit 2011 von Carlos Queiroz. Der erfahrene Portugiese hat dafür gesorgt, dass Iran von allen Titelkandidaten der stabilste ist und daher mit einer gewissen Berechtigung vom ersten Asien-Cup-Triumph des Landes träumen darf. Die Abwehr steht sicher, und auch im Offensivspiel sind die Iraner stärker geworden. Im Fokus werden die Stürmer Sardar Azmoun und Alizera Jahanbakhsh stehen, die bei der WM stark aufspielt hatten. Iran war trotz eines 1:0-Erfolgs gegen Marokko und guter Leistungen gegen die Favoriten Spanien (0:1) und Portugal (1:1) nach der Vorrunde ausgeschieden.

Sieg beim Heimturnier 2015Bild: Getty Images/AFP/S. Khan

Titelverteidiger Australien blieb bei der WM in Russland sieglos und auch ohne Tor aus dem Spiel heraus: beide Treffer (beim 1:2 gegen den späteren Weltmeister Frankreich und beim 1:1 gegen Dänemark) fielen nach Elfmetern. Dennoch hoffen die "Socceroos" unter ihrem neuen Trainer Graham Arnold darauf, ihren Triumph von 2015 wiederholen zu können. Allerdings dürften ihre Chancen durch den Rücktritt von Kapitän Mile Jedinak und das verletzungsbedingte Fehlen von Spielmacher Aaron Mooy und Stürmer-Shootingstar Daniel Arzani gesunken sein.

Südkorea ist unter dem neuen Trainer Paul Bento - der Portugiese hatte sein Heimatland ins Halbfinale der Euro 2012 geführt - seit sechs Spielen ungeschlagen. Frisch in Erinnerung ist der 2:0-Sieg gegen Deutschland bei der WM in Russland, der den Vorrunden-K.o. für Joachim Löws Team besiegelte. Südkoreas Star Son Heung-min wird wohl erst nach den Gruppenspielen des Asien Cups zum Team stoßen.

2:0 für Südkorea gegen Titelverteidiger Deutschland - das war's für Hummels (l.) und Co. bei der WM in RusslandBild: Reuters/M. Dalder

Welche Mannschaften könnten überraschen?
Irak
konnte bereits 2007 den Asien Cup überraschend gewinnen, 2015 beendete das Team das Turnier als Vierter. Und auch diesmal dürfte sich die junge irakische Mannschaft für die Favoriten als kniffliger Gegner erweisen, der für eine Überraschung gut ist.

Katar wurde für den Versuch kritisiert, mit Blick auf die Heim-Weltmeisterschaft 2022 ausländische Spieler einzubürgern, um die Chancen des Nationalteams zu verbessern. Unter dem spanischen Trainer Felix Sanchez haben sich die Katarer jedoch inzwischen zu einem Team junger, vielversprechender einheimischer Talente entwickelt. Der Asien Cup könnte Katar zum sportlichen Durchbruch verhelfen.

Die mit Vorschusslorbeeren überschüttete so genannte "Goldene Generation" des Gastgebers Vereinigte Arabische Emirate droht an den hohen Erwartungen zu scheitern. Vielleicht kann sich die Mannschaft ja doch während des Heimturniers steigern, auch wenn es ohne den derzeit wohl besten Spieler Asiens, Omar Abdulrahman, schwer werden dürfte. Der Mittelfeldstar ist verletzt.

Saudi-Arabien verliert langsam, aber sicher seinen Ruf, nur als Abwehrbollwerk zu funktionieren. Der argentinische Trainer Juan Antonio Pizzi setzt auf Ballbesitz und seine Mittelfeldstrategen Salman Al-Faraj und Abdullah Otayf.

Welche Spieler verdienen besonderes Augenmerk?
Thailands Star Chanathip Songkrasin erhält seine erste Chance, bei einem großen Turnier zu glänzen. Der nur 1,58 Meter große Spielmacher ist ein Dribbelkünstler und extrem schnell. Beim Asien Cup könnte er endgültig den internationalen Durchbruch schaffen.

Songkrasin (l.) ist schwer zu stoppenBild: Getty Images/AFP/M. Fairclough

Die Hoffnungen Irans ruhen auf Sardar Azmoun. Der 23 Jahre alte Offensivspieler hat in 38 Länderspielen 23 Tore erzielt. Außerdem ist Azmoun stark im Dribbling und hat ein gutes Auge für seine Mitspieler.

Der Chinese Wu Lei soll dabei helfen, die Flaute des Teams aus dem "Reich der Mitte" auf internationaler Ebene zu beenden. Der 27 Jahre alte Flügelflitzer überzeugt durch seine Schnelligkeit und Stärke im Kopfballspiel. Bei seinem Verein Shanghai SIPG hat sich Wu neben den Brasilianern Hulk und Oscar als Schlüsselspieler durchgesetzt und in 29 Spielen 27 Tore erzielt.

Rogic, der Mann fürs SpektakelBild: Getty Images/AFP/E. Dunand

Tom Rogic gilt als der talentierteste Spieler, den Australien in den vergangenen zehn Jahren hervorgebracht hat. Bei seinem schottischen Verein Celtic Glasgow wird der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler für seine spektakulären Tore gefeiert. Im Nationaltrikot muss sich Rogic allerdings noch steigern.

Nach welchem Modus wird gespielt?
In der Vorrunde wird in sechs Vierergruppen gespielt. Der Tabellenerste und -zweite jeder Gruppe lösen Tickets für die erste K.o.-Runde, das Achtelfinale. Dazu gesellen sich noch die vier besten Drittplatzierten. Das Finale steigt am 1. Februar in Abu Dhabi.

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