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Politik

Gereizter letzter Manövertag vor Taiwan

7. August 2022

Chinas militärische Muskelspiele gegenüber Taiwan sollen an diesem Sonntag enden. Die Führung der Inselrepublik versucht bis zuletzt, Pekings Einschüchterungsversuchen mit Selbstbewusstsein zu trotzen.

Abschuss von chinesischen Raketen. Das Foto wurde einem von der Armee der Volksrepublik veröffentlichten Video entnommen
Abschuss von chinesischen Raketen. Das Foto wurde einem von der chinesischen Armee veröffentlichten Video entnommenBild: Photo by various sources/AFP

Kurz vor dem Ende des chinesischen Militärmanövers in der Taiwan-Straße haben sich chinesische und taiwanesische Kriegsschiffe Katz-und-Maus-Spiele auf hoher See geliefert. Einige der chinesischen Schiffe sollen dabei die inoffizielle Grenzlinie überfahren haben, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person in der Inselrepublik. Taiwan hätte daraufhin versucht sie daran zu hindern. Beide Seiten hätten aber Zurückhaltung gezeigt.

Wie Taiwans Militär berichtete, beteiligten sich allein am Samstag 20 chinesische Militärflugzeuge und 14 Kriegsschiffe an den Übungen. Auch seien wieder chinesische Drohnen über der vorgelagerten taiwanischen Insel Kinmen beobachtet worden, die nur zehn Kilometer vor der Hafenstadt Xiamen an der chinesischen Küste liegt. Seit den 1950er Jahren hatte es nach Angaben von Experten keinen Überflug der auch Quemoy genannten Insel gegeben.

Besorgnis über Chinas Manöver

02:49

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Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen verurteilte die Übungen als "unverantwortliche Bedrohung" nicht nur in der Meerenge der Taiwanstraße, sondern auch für die ganze Region. Premierminister Taiwans, Su Tseng-chang, ergänzte, China habe in arroganter Weise militärische Aktionen durchgeführt, um den Frieden und die Stabilität in der Region zu stören. Er forderte die Führung in Peking auf, nicht ihre militärischen Muskeln spielen zu lassen. Er sagte weiterhin, ausländische Feinde versuchten, die Moral des taiwanesischen Volkes mit Cyberattacken und Desinformationskampagnen zu untergraben.

Stein des Anstoßes: Der Besuch von US-Demokratin Nancy Pelosi (l.) in Taiwan - hier mit Präsidentin Tsai Ing-wenBild: TAIWAN PRESIDENTIAL OFFICE/REUTERS

Die chinesische Führung in Peking hatte die Manöver am Donnerstag als Reaktion auf den Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taipeh gestartet. Die Übungen sind die größte militärische Machtdemonstration Chinas gegenüber Taiwan seit Raketenübungen Mitte der 1990er Jahre, als die USA als Reaktion zwei Flugzeugträger in die Region entsandt hatten. Die Übungen finden in sechs Seegebieten rings um Taiwan statt, es sind Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe und Drohnen im Einsatz. Die Volksrepublik erachtet Taiwan als Teil seines Territoriums.

sti/nob (dpa, rtr)