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Wulffs Ex-Sprecher vor Gericht

9. Dezember 2013

Olaf Glaeseker, Sprecher von Niedersachsens Ex-Ministerpräsident Wulff, hat sich von einem Eventmanager diverse Reisen bezahlen lassen. Dafür sollte er Sponsoren für ein Promi-Fest suchen - für die Justiz Korruption.

Der ehemalige Sprecher von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, Olaf Glaeseker (Foto: Getty Images)
Bild: Getty Images

Knapp vier Wochen nach Beginn des Korruptionsprozesses gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff steht nun auch dessen ehemaliger Sprecher Olaf Glaeseker vor Gericht. Der 52-Jährige muss sich von diesem Montag an vor dem Landgericht Hannover wegen Bestechlichkeit verantworten.

Glaeseker hat sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in seiner Zeit als niedersächsischer Regierungssprecher korrupt verhalten, indem er sich von dem ebenfalls angeklagten Event-Manager Manfred Schmidt zu neun kostenlosen Urlauben in Spanien und Frankreich sowie 19 Flugreisen im Gesamtwert von etwa 12.000 Euro einladen ließ. Glaeseker soll Schmidt dafür von 2007 bis 2009 bei der Sponsorensuche für das Promi-Fest "Nord-Süd-Dialog" geholfen haben. Rund 650.000 Euro Sponsorengelder soll Glaeseker akquiriert haben. Schmidt soll mit den drei Veranstaltungen rund eine Million Euro Gewinn gemacht haben. Ziel der Veranstaltungen war es, ein Netzwerk zwischen Prominenten aus Niedersachsen und Baden-Württemberg aufzubauen.

Der ebenfalls angeklagte Eventmanager SchmidtBild: picture-alliance/dpa

Glaeseker und Schmidt streiten die Vorwürfe ab - ihre Freundschaft sei deutlich älter als der "Nord-Süd-Dialog". Zudem handele es sich bei den Häusern in Spanien und Frankreich nicht um Feriendomizile, sondern um Schmidts jeweilige Wohnorte. Darüber hinaus sei die Sponsorensuche keine dienstliche Handlung gewesen, sondern eine Privathandlung im Landesinteresse. Die Staatsanwaltschaft hingegen vermutet, dass es im Umfeld des damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff mit "hinreichender Sicherheit zu Korruptionsstraftaten gekommen ist". Richterin Renata Bürgel hat zunächst eine Verhandlungsdauer bis Mitte April 2014 angesetzt. Wulff soll Anfang Februar als Zeuge befragt werden. Auch Fernsehmoderatorin Sabine Christiansen, eine Freundin Schmidts, soll als Zeugin aussagen.

sti/uh (afp dpa)

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