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Politik

Ausnahmezustand in Sri Lanka aufgehoben

18. März 2018

Die Maßnahme war vor knapp zwei Wochen verhängt worden. Grund waren religiöse Spannungen zwischen Buddhisten und Muslimen. Inzwischen hat sich die Lage wieder etwas beruhigt.

Sri Lanka Kandy - Sri Lanka verhängt Ausnahmezustand
Bei der Verhängung des Ausnahmezustands war viel Polizei auf den StraßenBild: Reuters/Stringer

Präsident Maithripala Sirisena teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, er habe sich nach "Beurteilung der Sicherheitslage" dazu entschlossen, den seit dem 6. März bestehenden Ausnahmezustand zu beenden. Es war das erste Mal seit Ende des 25-jährigen Bürgerkrieges 2009, dass die Regierung den Ausnahmezustand erklärte.

Die Mehrheit der Bevölkerung in Sri Lanka sind Singhalesen, die zumeist buddhistischen Glaubens sind. Muslime machen etwa zehn Prozent der Bevölkerung aus. Sie sind im Schnitt besser gebildet als der Durchschnitt der Bevölkerung und führen oft Geschäfte. Seit Ende des Bürgerkrieges haben sich die Spannungen zwischen Singhalesen und Muslimen verschärft.

Auslöser für Ausschreitungen: Tod eines jungen Buddhisten

Im Kandy-Distrikt, im Zentrum der Insel, hatte Anfang März der Tod eines buddhistischen Jugendlichen zu einer Auseinandersetzung zwischen Muslimen und Singhalesen geführt. Ein buddhistischer Mob griff daraufhin Moscheen und Geschäfte mit muslimischen Besitzern an. Insgesamt wurden bei den Ausschreitungen zwei Menschen getötet und fast 450 muslimische Geschäfte zerstört.

Zerstörtes Haus eines muslimischen Bürgers im Kandy-Distrikt Anfang MärzBild: Reuters/Stringer

Die Regierung setzte daraufhin die Armee ein, die mit Tränengas und Ausgangssperren die Situation wieder unter Kontrolle brachte. Etwa 300 Menschen wurden festgenommen, die bis Ende des Monats in Gewahrsam bleiben sollen. Landesweit wurden die sozialen Netzwerke und Nachrichtendienste wie Whatsapp gesperrt oder stark eingeschränkt. Der Kandy-Bezirk ist wegen seiner Teegärten und seinem milden Klima auch bei Urlaubern sehr beliebt. Etwa drei Viertel der Einwohner in Kandy sind buddhistische Singhalesen.

Steinmeier hatte Besuch in Sri Lanka verschoben

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte wegen der Verhängung des Ausnahmezustands eine für Ende März geplante Reise nach Sri Lanka verschoben. Steinmeier wollte ursprünglich vom 21. bis 28. März nach Indien und Sri Lanka reisen. Nun besucht er nur Indien und kehrt zwei Tage früher zurück. Die Reise nach Sri Lanka soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

as/haz (epd, afp, dpae, dpa)