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Politik

Kapitol-Sturm gehörte zur Strategie Trumps

13. Juli 2022

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat den Angriff seiner Anhänger auf das Kapitol im Voraus geplant und dabei bewusst rechte Gruppen angesprochen. Das ist das Ergebnis des Untersuchungsausschusses im US-Kongress.

USA Washington | Untersuchungsausschuss zum Angriff auf das US-Kapitol
Ein Ausschuss im US-Kongress untersucht die Vorgänge rund um die Erstürmung des Kapitols am 6. Januar 2021Bild: J. Scott Applewhite/AP/picture alliance

Das Urteil ist eindeutig: "Präsident Trump hat seinen Plan umgesetzt, indem er in seiner Rede am 6. Januar seine Anhänger aufforderte, zum Kapitol zu marschieren", sagte Ausschuss-Mitglied Stephanie Murphy. "Die Beweise bestätigen, dass es sich nicht um einen spontanen Aufruf zum Handeln handelte, sondern um eine bewusste Strategie, die der Präsident im Voraus beschlossen hatte", so die Demokratin.

Trump-Tweet: "Seid dabei, es wird wild!"

Denn schon zuvor hatte Donald Trump seine Anhänger aufgefordert, am 6. Januar nach Washington zu kommen. Konkret geht es dabei um einen Tweet vom 19. Dezember. "Großer Protest in D.C. am 6. Januar. Seid dabei, es wird wild!", twitterte Trump damals. 

Trump-Anhänger Stephen Ayres (li.) und Jason Van Tatenhove werden vereidigtBild: Demetrius Freeman/The Washington Post/AP/picture alliance

Der Trump-Anhänger Stephen Ayres sagte bei der öffentlichen Anhörung, er habe nicht geplant gehabt, zum Kapitol zu gehen. Erst Trumps Rede habe das geändert und "jeden aufgebracht". "Alle dachten, er werde mitmarschieren. Wissen Sie, er sagte in seiner Rede, dass er bei uns sein werde." 

Der Mann schilderte, dass Aufrufe in sozialen Netzwerken ihn bewogen hätten, an diesem 6. Januar in die Hauptstadt der USA zu kommen. Ayres gehörte zu dem Mob, der an diesem Tag das Kapitol in Washington stürmte. Er habe "definitiv" geglaubt, dass es Betrug bei der Präsidentenwahl 2020 gegeben habe. Heute glaube er das "nicht so sehr". Das liege auch daran, dass er sich aus den sozialen Medien zurückgezogen und selbst "recherchiert" habe.

Oath Keepers "sind eine gewalttätige Miliz"

Der Ausschuss nahm bei seiner Sitzung auch Verbindungen rechtsextremer Gruppen wie der "Oath Keepers" zu dem Angriff ins Visier. "Ich habe einige Jahre mit den 'Oath Keepers' verbracht, und ich kann Ihnen sagen, dass sie sich nicht gerne als Miliz bezeichnen, aber sie sind eine gewalttätige Miliz", sagte Jason Van Tatenhove, deren ehemaliger Sprecher. Die Gruppe habe am 6. Januar gezeigt, was sie eigentlich sei.

Das republikanische Ausschussmitglied Liz Cheney (Mitte) warnte den ehemaligen Präsidenten Donald TrumpBild: J. Scott Applewhite/AP/picture alliance

Der Untersuchungsausschuss warnte zudem den ehemaligen Präsidenten vor Beeinflussungsversuchen auf Zeugen. Am Ende einer öffentlichen Anhörung in Washington sagte das republikanische Ausschussmitglied Liz Cheney, Trump habe versucht, einen Zeugen zu kontaktieren, der noch nicht öffentlich ausgesagt habe. Der Zeuge habe es abgelehnt, auf den Anruf zu reagieren und stattdessen einen Anwalt eingeschaltet. Cheney fügte hinzu: "Lassen Sie mich noch einmal sagen, dass wir jeden Versuch, Zeugenaussagen zu beeinflussen, sehr ernst nehmen werden."

nob/as (dpa, afp)

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