"Bad Bank" für spanische Giftpapiere
3. Mai 2012
Am Donnerstag kündigte Spaniens Finanzminister Luis de Guindos in Barcelona an, spanische Banken könnten bald ihre faulen Kredite in Auffanggesellschaften auslagern. In Deutschland ist dieses Modell bereits angewendet worden. So konnte die WestLB aus Düsseldorf Papiere im Wert von 77 Milliarden Euro auslagern. Die Münchner Hypo Real Estate überstellte im Oktober 2010 Risikopapiere an die FMS Wertmanagement, die 173 Milliarden Euro teuer waren.
18 Milliarden Euro hat die spanische Regierung bereits ausgegeben, um angeschlagene Geldinstitute zu unterstützen. Zahlreiche Geldhäuser in dem südeuropäischen Land sitzen auf Immobilienkrediten, die nicht bedient werden. Nach Einschätzungen von Analysten dürften die Immobilienpreise auf der iberischen Halbinsel jedoch noch um ein weiteres Drittel sinken - das würde einige Banken in große Schwierigkeiten bringen.
Aber keine Bad Bank!
Bislang hatte die Regierung in Madrid die Einrichtung einer "Bad Bank" kategorisch ausgeschlossen. Das jetzt angekündigte Modell von Auffanggesellschaften funktioniert zwar wie eine "Bad Bank", der Minister vermied diesen Begriff jedoch konsequent. Er versprach, dass "im Prinzip" keine Steuermittel in die Sanierung von Banken fließen werden. Die Gründung von Auffanggesellschaften soll freiwillig erfolgen, sagte der Minister. "Jede Bank wird ihr eigenes "Vehikel" schaffen können."
Die spanische Zentralbank soll diese individuellen Lösungswege koordinieren, die Regierung werde die genauen Modalitäten noch festlegen. De Guindo betonte noch einmal, dass seine Regierung keinen Antrag auf internationale Hilfe für die spanischen Banken stellen werde.
dk/hp (dpa, rtr)