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Politik

Ban im Brennpunkt der Hurrikan-Katastrophe

16. Oktober 2016

Der UN-Generalsekretär hatte eine große internationale Kraftanstrengung gefordert, um Not und Elend nach dem Hurrikan "Matthew" zu lindern. Nun macht sich Ban im Süden Haitis selbst ein Bild von den Verwüstungen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon besucht Haiti
Bild: picture-alliance/AP Photo/R. Blackwell

Les Cayes im Süden der Karibikinsel Haiti gehört zu den Städten, die am stärksten von dem jüngsten Wirbelsturm getroffen wurden und unter den größten Zerstörungen leiden. Auch hier machen sich Wut und Frust breit, wegen mangelnder Unterstützung und schleppend angelaufener Hilfe. Unmittelbar vor dem Besuch des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, kam es bei der Ankunft von Hilfsgütern zu Auseinandersetzungen zwischen etwa 100 steinewerfenden Bewohnern und Angehörigen der UN-Friedenstruppen. Lkws sollen in Flammen aufgegangen sein, Polizei und UN-Blauhelme setzten Tränengas ein. 

Er sei "sehr, sehr traurig" über das Ausmaß der Zerstörung, sagte der Generalsekretär bei Gesprächen mit verzweifelten Familien, die in einer Schule von Les Cayes Schutz gefunden haben (Artikelbild). Ban sicherte den Opfern weitere Solidarität und Unterstützung der Vereinten Nationen zu. "Die Menschen weltweit sind mit Ihnen", sagte er in der Notunterkunft. Dort harren noch etwa 500 Menschen aus, deren Häuser vom Hurrikan "Matthew" zerstört wurden.

Das Elend von der Drohne aus gesehen

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Am 4. Oktober waren nach neuen Angaben vom Freitag mindestens 546 Menschen ums Leben gekommen. Viele Orte wurden dem Erdboden gleichgemacht, die Überlebenden haben kaum etwas zu essen. Nach UN-Angaben sind 1,4 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Darüber hinaus droht eine neue Cholera-Epidemie. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Million zusätzliche Impfdosen geschickt. 

Die Vereinten Nationen hatten die internationale Gemeinschaft zu Nothilfezahlungen in Höhe von 120 Millionen Dollar (109 Millionen Euro) aufgerufen, um den Menschen im Katastrophengebiet in den nächsten drei Monaten unter die Arme greifen zu können. Bisher sind aber erst zwölf Prozent der Summe eingegangen. Mit seinem Besuch hofft Ban auch, die Geberländer stärker mobilisieren zu können.

Der bitterarme Karibikstaat hat sich noch immer nicht von den Folgen des verheerenden Erdbebens des Jahres 2010 erholt, weshalb die erneute Naturkatastrophe die Menschen besonders hart getroffen hat. 

SC/ml (APE, afp, dpa)

 

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