1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
KatastropheBangladesch

Bangladesch bringt Flüchtlinge vor Zyklon in Sicherheit

13. Mai 2023

"Mocha" könnte der schlimmste Wirbelsturm seit "Sidr" im Jahr 2007 werden. Damals kamen über 3000 Menschen ums Leben.

Bangladesch - Zyklon Mocha
Hilfskräfte informieren Bewohner eines Flüchtlingslagers in Teknaf nahe Cox's BazarBild: MUNIR UZ ZAMAN/AFP/Getty Images

In Erwartung des Wirbelsturms "Mocha" werden in Bangladesch Tausende Menschen aus Flüchtlingslagern in Sicherheit gebracht. Abwassergräben wurden vertieft, Hänge gesichert und Freiwillige als Nothelfer ausgebildet. Der Weltwetterorganisation (WMO) in Genf zufolge dürfte der Zyklon zweieinhalb Meter hohe Flutwellen verursachen.

Das GDACS-Katastrophenwarnsystem setzte den Sturm auf die höchste Alarmstufe Rot. Nach den Vorhersagen wird "Mocha" an diesem Sonntagmorgen (Ortszeit) mit Windstärken bis zu 175 Kilometer pro Stunde auf Land treffen - zwischen Cox's Bazar in Bangladesch, wo fast eine Million Rohingya in Behelfsunterkünften leben, und Sittwe im Nachbarland Myanmar. In beiden Staaten könnten rund 2,7 Millionen Menschen von den Auswirkungen betroffen sein.

Hütten aus Bambus und Planen

Die muslimische Bevölkerungsgruppe der Rohingya wird in Myanmar diskriminiert und verfolgt. 2017 ging die Armee dort gewaltsam gegen sie vor. Fast eine Million Angehörige der verfolgten Minderheit leben seither in Flüchtlingslagern im Südosten Bangladeschs. Hier ist es ihnen jedoch untersagt, massive Häuser zu errichten. Die Hütten aus Bambus und Planen sind auch durch ihre Lage - nah an Berghängen - durch Starkregen und Erdrutsche gefährdet.

Dieser Markt in Sittwe in Myanmar blieb wegen des herannahenden Sturms geschlossenBild: SAI AUNG MAIN/AFP/Getty Images

Meteorologen fürchten, dass "Mocha" der schlimmste Zyklon seit "Sidr" im Jahr 2007 werden könnte. Damals waren in Bangladesch mehr als 3000 Menschen ums Leben gekommen. In Myanmar hatte Zyklon "Nargis" 2008 Schätzungen zufolge sogar fast 140.000 Menschen in den Tod gerissen. In dem Land, das seit einem Putsch 2021 wieder von einer Militärjunta regiert wird, nahmen Offiziere der Armee unter Leitung regimetreuer buddhistischer Mönche an einem Ritual namens "Den Drachen füttern" teil. Um den Zyklon abzuwehren, hätten sie 37-mal ein Mantra rezitiert und dabei in die Richtung gezeigt, in der sich der Sturm zusammenbraue, berichtete das myanmarische Nachrichtenportal "Irrawaddy".

Die tropischen Wirbelstürme im Indischen Ozean kommen nur in einer bestimmten Zeit des Jahres vor. Insbesondere für die ärmere Bevölkerung in Küstenregionen stellen sie eine massive Bedrohung dar.

jj/uh (dpa, afp, epd, kna)