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Banker zittern vor der Polizei

Dirk Kaufmann23. Juli 2012

Der internationale Skandal um den manipulierten Libor-Zins zieht immer weitere Kreise. Inzwischen interessieren sich auch Staatsanwälte für die dunklen Machenschaften in der Bankenwelt .

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Symbolbild HandschellenBild: Fotolia/Aamon

Händler, denen vorgeworfen wird, an Manipulationen des Libor-Zinses mitgewirkt zu haben, sollten Zahnbürste und frische Hemden bereitlegen. Mehrere Staatsanwälte in der US-Hauptstadt Washington haben ihnen mit Strafanträgen und Festnahmen gedroht. Dies teilten die Behörden den Anwälten der betroffenen Händler mit. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf verschiedene "mit der Angelegenheit vertraute" Personen beruft, könnte es in dieser Woche zu den ersten Inhaftierungen kommen.

Einigen international tätigen Instituten, unter ihnen ist auch die Deutsche Bank, wird vorgeworfen, seit rund fünf Jahren den Libor-Zins manipuliert zu haben. Dieser Zins wird täglich in London festgesetzt, und zwar auf Grundlage der Angaben, die die Banken zu ihren Refinanzierungskosten machen. Der so definierte Zins ist die Basis des Interbankenhandels.

Die Deutsche Bank legt schon Geld zurück

Am Wochenende hatte die Vorsitzende des Bundesamtes für die Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Elke König, dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in einem Interview gesagt, die Zins-Manipulationen machten "sie sprachlos". Die Bafin-Chefin beklagte, dass die Art und Weise, wie der Zins errechnet würde, "zu Manipulationen geradezu einladen würde". Gleichzeitig riet sie den betroffenen Geldinstituten, Geld bereitzuhalten, um etwaige Strafen und Bußgelder bezahlen zu können.

Am Montag meldete das Handelsblatt, die Deutsche Bank errechne gerade, wie viel Geld sie dazu bereitstellen müsste. Es würden dabei Summen von 300 Millionen bis zu einer Milliarde Dollar diskutiert. Eine solche Rückstellung würde die Bilanz des Unternehmens belasten und könnte sich bereits im Halbjahresbericht, der am 31. Juli fällig wird, niederschlagen. Im Zuge des Zinsskandals soll sich das Institut bereits im vergangenen Jahr von zwei Händlern getrennt haben.

dk/wen (dpa/rtr)