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Barack "Sisyphos" Obama?

11. November 2008

Finanzkrise, Immobilienkrise, Autobauer in der Krise... in der US-amerikanischen Wirtschaft brennt es an jeder Ecke. Die Hoffnung, dass der neue Präsident Reformen auf den Weg bringt, ist groß. Nur, wo soll er anfangen?

Barack Obama besucht George W. Bush
Erbschaften sind nicht immer schön... Bush hinterlässt Obama einen Scherbenhaufen.Bild: AP
Dicke Spritschlucker sind nicht mehr gefragt.Bild: AP

Am Montag war er zum ersten Mal im Oval Office und hat den Noch-Präsidenten Georg Bush getroffen. Ab dem 20. Januar wird Obama ganz ins Weiße Haus einziehen. Und zwar mit sehr viel Macht. Denn sowohl im Kongress als auch im Senat haben die Demokraten eine Mehrheit. Die Hoffnung ist deswegen groß, dass Obama zügig handeln und Reformen auf den Weg bringen wird, vor allem in der Wirtschaft. Doch die Probleme sind gewaltig - seit Jahren leben die US-Amerikaner auf Pump, das Haushaltsdefizit beträgt 450 Milliarden Dollar, die Importe übersteigen die Exporte in der vor allem auf Dienstleistung ausgerichteten US-amerikanischen Wirtschaft. Mit Henrik Böhme, Wirtschafts-Experte der Deutschen Welle, sprachen wir darüber, wie realistisch Obamas wirtschaftliche Reformpläne sind.

Von Häftlingen zu Flüchtlingen?

"Close down Guantánamo!"Bild: AP

Bei einem anderen Thema könnte Obama sehr deutlich zeigen, wie ernst er sein Wahlmotto "Change" auch in der Realpolitik nehmen will: Guantanamo Bay. Schon im Wahlkampf hatte Obama versprochen, das US-Gefangenenlager auf Kuba zu schließen. Derzeit sind dort noch etwa 255 Männer inhaftiert, die als Al-Kaida- oder Taliban-Kämpfer beschuldigt werden.

Jetzt haben fünf international tätige Menschenrechts-Organisationen die Regierungen Europas dazu aufgerufen, Häftlinge aus dem Lager in Guantánamo Bay aufzunehmen. Bei 50 Inhaftierten sei absehbar, dass sie von den US-Behörden nicht angeklagt werden, so die Menschenrechtler am Montag (10.11.2008) in Berlin. Die Betroffenen könnten jedoch nicht in ihre jeweiligen Heimatländer zurückkehren, weil sie dort nicht sicher vor Folter seien.

Vom Buhmann zum Boomland?

Lateinamerika-Tag in MünchenBild: Pressestelle Lateinamerika Tag

Kolumbien - im Schatten der asiatischen Tigerstaaten ist das Land am oberen Ende Südamerikas zu einem wahren Boomland geworden. Doch der seit Jahren andauernde Gewaltkonflikt, Drogenhandel, Korruptionsvorwürfe - all das sind Themen, die viele Unternehmen nach wie vor abschrecken. Auch deutsche Unternehmen. Dabei ist Kolumbien in den letzten Jahren erheblich sicherer geworden.

Der Lateinamerikatag, die wichtigste Veranstaltung zur Förderung der deutsch-lateinamerikanischen Wirtschaftsbeziehungen, will dem entgegenwirken. Und so war Kolumbien Schwerpunktland bei der Veranstaltung, die dieses Jahr in München stattfand. Dass Uribes Wirtschaftspolitik die soziale Schere in Kolumbien allerdings noch einmal auseinadertrieb oder dass seine Politik der "demokratischen Sicherung" von Menschenrechtlern harsch kritisiert wird, war dort allerdings weniger Thema.

Redaktion: Anne Herrberg

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