Nach fünf Jahren spielen die Brüder Franz und Moritz Wagner nicht mehr gemeinsam für die Orlando Magic. In der neuen NBA-Saison haben sie ganz unterschiedliche Rollen. Neuer "deutscher Klub" sind die Charlotte Hornets.
Zum ersten Mal ohne den großen Bruder: Franz Wagner bleibt bei den Orlando MagicBild: Phelan M. Ebenhack/AP Photo/picture alliance
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Als Franz Wagner im Sommer 2021 zu den Orlando Magic kam und dort seine NBA-Karriere startete, war sein großer Bruder Moritz bereits da. Franz, der vier Jahre jünger ist, wurde bei der Draft-Lotteriean achter Stelle von den Magic ausgesucht, die einige Monate zuvor bereits Moritz unter Vertrag genommen hatten.
Nicht nur durch ihre gemeinsamen Auftritte in der NBA entwickelten sich die "Wagners" seitdem zu einer Art Marke im Basketball. In den vergangenen Jahren feierten sie Erfolge mit der deutschen Nationalmannschaft, wurden 2023 gemeinsam Basketball-Weltmeister und fuhren ein Jahr später zu den Olympischen Spielennach Paris.
Moritz ist als Podcast-Host erfolgreich und hat dort oft auch seinen Bruder zu Gast. Beide haben ihren eigenen Instagram-Account mit jeweils rund 300.000 Followern. 2024 erschien beim deutschen Fernsehsender ZDF die vierteilige TV-Doku "The Wagner Brothers" über die Geschichte der beiden Brüder, ihr Leben als Basketballstars und ihr enges Verhältnis zueinander.
Moritz Wagner in Brooklyn: "Wir bleiben einfach zu Hause"
Doch die gemeinsamen Zeiten sind seit diesem Sommer vorbei. Da Moritz in Orlando keinen neuen Vertrag angeboten bekam, nahm er ein Angebot der Brooklyn Nets an und wechselte Team und Wohnort. Er lebt jetzt mit seiner Freundin Maggie McQuade, die im Marketing der NBA arbeitet, in New York.
Gute Stimmung: Moritz Wagner (r.) freut sich auf das neue Team und sein Leben in BrooklynBild: Seth Wenig/AP Photo/picture alliance
"Ich habe schon viel Zeit in New York verbracht. Das ist so etwas wie mein Zuhause in Amerika", sagte Wagner in seinem Podcast "Kannst du so nicht sagen". Es erinnere ihn daran, wo er herkomme. "Brooklyn ist, was die USA angeht, schon sehr nah an Berlin dran."
Der Anruf der Nets war daher für Wagner und seine Freundin eine Art glückliche Fügung. "Als wir das Telefon aufgelegt und beide zugestimmt haben, haben wir beide geweint. Weil man schon so ein bisschen checkt: Das fühlt sich richtig an irgendwie", erzählte Wagner. "Wir bleiben einfach zu Hause."
Die Nets werden vor der anstehenden Saison als eines der schwächeren Teams eingeschätzt. Wagners Aufgabe wird es sein, der Mannschaft mit seiner Erfahrung Stabilität zu geben und junge Spieler anzuleiten.
Franz als Gesicht des Neuaufbaus in Orlando
Franz, mit einem Mega-Vertrag ausgestattet, der noch bis 2030 läuft und ihm insgesamt 224 Millionen US-Dollar einbringt, bleibt dagegen in Orlando. Er ist neben dem noch etwas besser bezahlten Paolo Banchero einer der beiden Stars im Team. Die Magic haben mit Sean Sweeney zur neuen Saison einen neuen Coach verpflichtet und erhoffen sich, dass es endlich über die erste Playoff-Runde hinaus geht.
Franz Wagner bekommt im System des neuen Trainers bei den Orlando Magic mehr Freiheiten und mehr VerantwortungBild: Brandon Dill/AP Photo/picture alliance
Erfolg soll ein schnellerer Basketball bringen als er in den vergangenen Jahren in Orlando gespielt wurde. Franz Wagner übernimmt im neuen System stärker als bisher die Rolle des Aufbauspielers, der den Ball nach vorne bringt, selbst Aktionen kreiert und mit Tempo zum Korb zieht - mehr so, wie er es auch in der Nationalmannschaft macht.
"Wir wollen hart spielen, als Team agieren, ein schnelles Tempo gehen und einfach Spaß daran haben, zusammen zu spielen. So zu spielen, macht immer Spaß", sagte Wagner nach einem der Vorbereitungsspiele. "Wir schaffen dadurch etwas mehr Freiraum für unsere Jungs, damit sie in die Zone ziehen und dort Aktionen für sich selbst oder für andere kreieren können."
Allerdings muss er nun ohne den großen Bruder auskommen. "Ich glaube, wir sind beide ein wenig traurig, dass seine Zeit hier zu Ende gegangen ist", sagte Franz Wagner in einem Interview mit dem Web-Portal Clutchpoints. "Gleichzeitig sind wir aber beide sehr dankbar für die Zeit, die wir hatten. So viele Jahre lang mit einem Geschwisterteil in der NBA zu spielen, ist etwas ganz Besonderes. Deshalb sind wir einfach dankbar dafür."
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Hartenstein, Schröder und Co. - acht Deutsche in der NBA
Da die gemeinsame Ära der Wagners in Orlando Geschichte ist, müssen sich die deutschen Basketball-Fans in der anstehenden Saison möglicherweise ein wenig umorientieren.
Während zu Zeiten der deutschen Basketball-Ikone Dirk Nowitzki viele Deutsche zu Fans der Dallas Mavericks wurden und in den vergangenen Jahren das Interesse besonders an den Orlando Magic hoch war, verteilt es sich in der kommenden Saison womöglich ein wenig. Insgesamt stehen acht Deutsche bei den 30 NBA-Klubs unter Vertrag.
Franz Wagner, Tristan da Silva (Orlando Magic)
Moritz Wagner (Brooklyn Nets)
Isaiah Hartenstein (Oklahoma City Thunder)
Ariel Hukporti (Philadelphia 76ers)
Dennis Schröder, Hannes Steinbach, Christian Anderson Jr. (Charlotte Hornets)
Während Hartenstein, der 2025 mit OKC die NBA-Meisterschaft gewann, erneut Titelchancen hat, kann Hukporti nur zuschauen, sollte sein neues Team erfolgreich sein. Der Center wechselte im Sommer vom amtierenden NBA-Meister New York Knicks nach Philadelphia, riss sich allerdings im ersten Vorbereitungsspiel die Achillessehne und fällt für die gesamte Saison aus. Die Sixers haben NBA-Legende LeBron James unter Vertrag genommen und gelten als einer der Titelkandidaten.
Maxi Kleber, in den vergangenen neun Jahren ein verlässlicher Bankspieler, bekam bei den Los Angeles Lakers keinen neuen Vertrag mehr und ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Verein - in der NBA oder in Europa.
Charlotte Hornets als neuer "deutscher NBA-Klub"
So etwas wie der neue "deutsche NBA-Klub" könnten die Charlotte Hornets werden. Dorthin ist Deutschlands Nationalmannschaftskapitän Dennis Schröder getraded worden. Die Hornets sind für den Basketball-Vagabunden im 14. Jahr bereits die 13. Station seiner NBA-Karriere bei zwölf verschiedenen Klubs.
An seiner Seite werden mit Hannes Steinbach und Christian Anderson Jr. zwei deutsche Rookies spielen. Die beiden Neulinge kennen sich aus der deutschen U19-Nationalmannschaft, mit der sie bei der WM 2025 die Silbermedaille gewannen.
Dennis Schröder soll seine Erfahrung bei den Charlotte Hornets einbringenBild: Brandon Dill/AP Photo/picture alliance
Mit Schröder haben sie bei ihren ersten Schritten in der NBA einen erfahrenen Mentor an der Seite. "Ich bin Veteran, 14 Jahre jetzt in der Liga, habe sogar die meisten Jahre im Team, und versuche natürlich so die beiden Jungen durch ihre Rookie-Saison zu begleiten und es so easy wie möglich für sie zu machen", sagte Schröder kürzlich in einem TV-Interview mit dem Sender bei RTL/Sky Sport.
"Es ist sehr cool, so jemanden hier zu haben. Dennis hat natürlich schon sehr viele Spiele in der NBA", meinte Steinbach. "Man hat da jemanden, mit dem man Deutsch reden kann, der einem so ein paar Tipps gibt, was er im Spiel sieht."
Die Hornets wollen es am Ende der Saison in die Playoffs schaffen. Da sie wie Brooklyn und Orlando im Osten der NBA spielen, wird es auf dem Weg dorthin zahlreiche Duelle mit den anderen Deutschen geben.
In der ewigen Bestenliste der NBA stehen Basketball-Legenden wie Michael Jordan, Kareem Abdul-Jabar und Dirk Nowitzki weit oben. An der Spitze der Liste sammelt LeBron James auch in seiner 24. NBA-Saison weiter Punkte.
Bild: Matt Slocum/AP Photo/picture alliance
Giannis Antetokounmpo - 21.531 Punkte*
Der Grieche mit nigerianischen Wurzeln wird 2015 von den Milwaukee Bucks gedraftet und spielt seitdem dort. Schnell entwickelt sich der 2,11 Meter große Forward zum Führungsspieler. Um den "Greak Freak" herum bauen die Bucks ein Team auf, das 2024 die Meisterschaft gewinnt. Antetokounmpo wird 2019 und 2020 zum MVP gewählt. Seit 2026 spielt er für die Miami Heat. (*Stand 20. Oktober 2026)
Bild: Rebecca Blackwell/AP Photo/picture alliance
Damian Lillard - 22.598 Punkte*
Elf Jahre lang läuft der 2,03 Meter große Point Guard und Top-Dreierschütze für die Portland Trail Blazers auf, bevor er 2023 zu den Milwaukee Bucks wechselt. Nachdem sich Lillard im April 2025 die Achillessehne reißt, entlassen ihn die Bucks, um Budget für andere Spieler zu haben. Lillard wechselt daraufhin trotz Verletzung als "Free Agent" zurück nach Portland. (*Stand 20. Oktober 2026)
Bild: Jae C. Hong/AP Photo/picture alliance
Stephen Curry - 26.528 Punkte*
Wohl kein NBA-Profi beherrscht den Wurf jenseits der Drei-Punkte-Linie so gut wie er. Seit Dezember 2021 hält Curry den Allzeit-Rekord für die meisten verwandelten Dreier. Der kleine Guard der Golden State Warriors ist aber mehr als ein Weitwurf-Spezialist. Zweimal wird er zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt. (*Stand: 20. Oktober 2026)
Bild: Michael Wyke/AP Photo/picture alliance
DeMar DeRozan - 26.711 Punkte*
Vor seinem Wechsel zu den Sacramento Kings spielt der Small Forward für die Toronto Raptors, San Antonio und Chicago in der NBA. Im Vergleich zu anderen Top-Spielern schießt DeRozan nur wenige Drei-Punkte-Würfe, sondern punktet bevorzugt aus der Halbdistanz oder mit Drives zum Korb. DeRozan ist im Oktober 2022 der 50. NBA-Profi, der 20.000 Karriere-Punkte erreicht. (*Stand 20. Oktober 2026)
Bild: Christopher Katsarov/The Canadian Press via AP
Shaquille O'Neal - 28.596 Punkte
Der bullige 2,16-Meter-Center erzielt fast alle Punkte aus kurzer Distanz. Eklatant ist seine Schwäche bei Freiwürfen. Das Foulen O'Neals vor dem Wurf ("Hack-a-Shaq") machen viele Gegner daher zu ihrer Taktik. O'Neal, von 1992 bis 2011 für Orlando, die Lakers, Miami, Phoenix, Cleveland und Boston aktiv, geht trotzdem meist als Sieger vom Feld. Er wird viermal Meister und einmal MVP der Liga.
Bild: picture-alliance/Pressefoto Ulmer
James Harden - 29.339 Punkte*
Seine Verteidiger sind nicht zu beneiden: Lässt man "The Beard" Platz, trifft er den Dreier, geht man näher ran, dribbelt er vorbei. Harden spielt seit 2009 in der NBA für Oklahoma City, Houston, Brooklyn und Philadelphia und die LA Clippers. Im Dezember 2025 erreicht Harden die Top-Ten der NBA-Scorer. Im Februar 2026 wird er zu den Cleveland Cavaliers getraded. (*Stand 20. Oktober 2026)
Bild: David Zalubowski/AP Photo/picture alliance
Wilt Chamberlain - 31.419 Punkte
Bevor Wilt Chamberlain 1959 NBA-Profi wird, spielt er ein Jahr lang für die Show-Truppe Harlem Globetrotters. Als Profi stellt er zahlreiche Punkterekorde auf. Unerreicht ist seine Marke aus dem Spiel Philadelphia gegen New York im Jahr 1962. Chamberlain erzielt 100 Punkte. Insgesamt 118 Mal schafft er 50 oder mehr Zähler in einem Spiel. 1999 stirbt er im Alter von 63 Jahren an Herzversagen.
Bild: picture-alliance/AP Images
Dirk Nowitzki - 31.560 Punkte
Unaufgeregt, immer bescheiden, oft nicht sehr spektakulär, aber meist beeindruckend sicher bringt Dirk Nowitzki seine Würfe ins Ziel. Unerreichte 21 Saisons - von 1998 bis 2019 - ist "Dirkules" den Dallas Mavericks treu. 2011 holt er mit den Mavs den Meistertitel. Als erster Europäer knackt Nowitzki die 20.000-Punkte-Marke und ist der sechste NBA-Profi, der die 30.000er-Schallmauer durchbricht.
Bild: Reuters/USA TODAY Sports
Michael Jordan - 32.292 Punkte
Die 23 trägt "Air" Jordan schon auf dem College in North Carolina - bei den Chicago Bulls wird er damit zur Legende und holt sechs Titel. Jordans besondere Spezialität ist der "Buzzer Beater", ein entscheidender Wurf mit der Schlusssirene. Jordan gilt vielen bis heute als "bester Basketballer aller Zeiten". Seine Zahlen wären noch gigantischer, hätte er seine Karriere nicht zweimal unterbrochen.
Bild: Beth A. Keiser/AP Photo/picture alliance
Kevin Durant - 32.597 Punkte*
Mit Golden State gewinnt "KD" 2017 und 2018 den NBA-Titel. Zuvor wird der elegante Forward bei Oklahoma City zum MVP der Saison 2014 gewählt. Von 2019 bis 2023 spielt er für Brooklyn, hat dort aber immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Im Februar 2023 wechselt Durant, der mit den USA dreimal Olympia-Gold gewinnt, nach Phoenix, im Sommer 2025 zu den Houston Rockets. (*Stand 20. Oktober 2026)).
Bild: Mike Stewart/AP Photo/picture alliance
Kobe Bryant - 33.643 Punkte
Nicht viele Basketballer können so elegant spielen wie die "Black Mamba". Der Guard der LA Lakers, der als Sohn eines US-Basketballprofis in Italien aufwächst, spielt ab 1996 in der NBA, immer für die Lakers. Er führt sein Team zu fünf Titeln. Mit 37 Jahren zwickt der Rücken und nach 20 Saisons ist im April 2016 Schluss. Bryant kommt 2020 mit 41 Jahren bei einem Helikopter-Absturz ums Leben.
Bild: Mike McGinnis/ZUMA/picture alliance
Karl Malone - 36.928 Punkte
Er wird "Mailman" genannt, und fast jede seiner Sendungen findet in Form eines geworfenen Basketballs das Ziel. Der bullige Power Forward läuft 18 Saisons für die Utah Jazz auf und ein Jahr für die Lakers. Meister wird er nie, dafür 1992 in Barcelona Olympiasieger mit dem "Dream-Team". Malone (l.) und sein Vorlagengeber John Stockton (r.) stehen als Bronzestatuen vor der Arena in Salt Lake City.
Bild: ZUMA Press/IMAGO
Kareem Abdul-Jabbar - 38.387 Punkte
Kareem Abdul-Jabbar und sein kaum zu verteidigender Hakenwurf "Sky Hook" sind legendär. Zwischen 1969 und 1989 spielt der als Ferdinand Lewis Alcindor geborene Abdul-Jabbar, der 1971 zum Islam konvertiert, für die Milwaukee Bucks und die Los Angeles Lakers. Sechsmal wird der 2,18 Meter lange Center Meister und sechsmal MVP. 19 Mal steht der "Captain" im Aufgebot des All-Star-Games.
Bild: picture-alliance/ZUMA Press
LeBron James - 43.440 Punkte*
Kaum ein NBA-Profi ist so hoch dekoriert wie der Forward, der seine 24. Saison absolviert. Viermal wird er wertvollster Spieler der Liga (MVP), viermal zum MVP der NBA-Finals. Den Meistertitel gewinnt James ebenfalls viermal. 2012 und 2013 mit den Miami Heat, 2016 mit Cleveland und 2020 mit den Lakers. Seit 2026 spielt er für die Philadelphia 76ers. (*Stand 20. Oktober 2026))