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Politik

"Baskische Häftlinge nach Hause!"

11. Januar 2020

2018 gab die baskische Separatisten-Organisation ETA ihre Selbstauflösung bekannt. Etliche Mitglieder sitzen noch in Gefängnissen - fernab ihrer Heimat, wogegen sich zunehmend Protest formiert.

Spanien Bilbao Demonstration
Bild: Getty Images/AFP/A. Gillenea

Zehntausende Menschen haben in Spanien und Frankreich für eine Verlegung von inhaftierten ETA-Mitgliedern ins Baskenland demonstriert. An einem Protestmarsch im nordspanischen Bilbao (Artikelbild) beteiligten sich nach Angaben der Polizei rund 65.000 Menschen. Sie skandierten immer wieder: "Baskische Häftlinge nach Hause!". Auch in Bayonne im französischen Teil des Baskenlands gingen Tausende für die "Etarras" auf die Straße.

Flammender Appell

An dem Marsch zum Rathaus von Bilbao nahmen neben Angehörigen von Inhaftierten auch zahlreiche Politiker, Sportler und Künstler sowie Anhänger der Unabhängigkeitsbewegung der Konfliktregion Katalonien teil. Wie bei früheren Protesten wurde auch diesmal gefordert, dass die Häftlinge mittelfristig stufenweise freigelassen werden - vor allem jene, die gesundheitlich schwer angeschlagen sind. "Von der neuen Regierung (des sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez) verlangen wir ein Ende der Verletzung der Rechte der Gefangenen", rief Organisationssprecher Joseba Azkarraga.

Massenauflauf in BilbaoBild: picture-alliance/dpa/Europa Press/H. Bilbao

Derzeit sitzen nach Auskunft von Angehörigen noch gut 200 Häftlinge in spanischen Gefängnissen - mehr als zwei Drittel von ihnen in Haftanstalten, die mehr als 500 Kilometer vom Baskenland entfernt sind. Die Verlegung sämtlicher Häftlinge ins Baskenland war eine langjährige Hauptforderung der ETA.

Blutiger Kampf

Die Untergrundorganisation wird für den Tod von mehr als 800 Menschen während ihres bewaffneten Kampfes für ein unabhängiges Baskenland im Norden Spaniens und Südwesten Frankreichs verantwortlich gemacht. 2011 hatte die ETA das Ende ihres bewaffneten Kampfes verkündet, 2017 gab sie nach eigener Darstellung ihre Waffen vollständig ab. Im Mai 2018 erklärte sie dann ihre endgültige Auflösung.

wa/lh (afp, dpa)

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