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Bayern-Fans müssen mehr bezahlen

Matt Ford
16. November 2018

Nachdem sie schon in der vergangenen Saison beim RSC Anderlecht zu viel bezahlt haben, beschweren sich die Fans des FC Bayern München nun, dass AEK Athen gegen die UEFA-Vorschriften zu Ticketpreisen verstoßen hat.

Fussball  1.Bundesliga   Saison 17/18: FC Bayern Muenchen - FC Augsburg
Bild: picture-alliance/Pressefoto ULMER/M. Ulmer

Die Fans des FC Bayern München fordern, dass die UEFA ein Disziplinarverfahren gegen den griechischen Meister AEK Athen eröffnen soll. Der Grund: Offenbar sind die Münchener Anhänger beim Auswärtsspiel ihres Klubs in der Champions League bei AEK Athen benachteiligt worden.

Beim Gruppenspiel in der griechischen Hauptstadt im vergangenen Monat kosteten die Karten im Gästebereich, den Blöcken 20 und 22 des Olympiastadions, 35 Euro. Nach Aussagen der Bayern-Anhänger zahlten die Heimfans in vergleichbaren Blöcken nur 15 Euro. DW-Recherchen kamen zum gleichen Ergebnis. Tatsächlich waren einige, vermeintlich bessere Karten sogar noch billiger: Tickets im Block unterhalb der Bayernkurve, die näher am Spielfeld waren wurden mit nur 10 Euro berechnet, Sitzplätze direkt an der Mittellinie mit einem besseren Blick auf das Spielfeld kosteten nur 25 Euro.

Regelverstoß?

Damit hat AEK Athen eigentlich gegen Artikel 19 der Sicherheitsbestimmungen des europäischen Fußballverbands UEFA verstoßen. Dieser besagt, dass "der Preis für Tickets für Fans der Gastmannschaft den Preis für Tickets einer vergleichbaren Kategorie, die an Fans der Heimmannschaft verkauft werden, nicht überschreiten darf".

35 Euro für Gästefans, aber nur 10 Euro für die Anhänger der HeimmannschaftBild: MRP/DW Bildmontage

Auf Nachfrage der DW erklärte die UEFA, sie habe "eine Untersuchung eingeleitet (in Bezug auf Artikel 19 der UEFA-Sicherheitsvorschriften), um zu beurteilen, ob ausreichende Gründe für die Einleitung eines Disziplinarverfahrens vorliegen". "Das UEFA-Reglement besagt, dass Auswärtsfans in vergleichbaren Preisklassen nicht mehr als Heimfans in Rechnung gestellt werden dürfen", sagt der Bayern-Fanclub Munich's Red Pride (MRP), die ihren Protest gegen die Ticketpreise mit Bannern ausdrückten.

"Aber diese Regel wurde in Athen zum x-ten Mal umgangen. Jetzt Geld zurück!"

Nicht das erste Mal

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Fans von Bayern München über die Ticketpreise bei Europapokal-Reisen beschweren. Zu Jahresbeginn ordnete die UEFA an, dass der RSC Anderlecht nach dem Gastspiel der Bayern an jeden FCB-Fan der ein Ticket für den Oberrang gekauft hatte, 30 Euro zurückzahlen musste. Zuvor war festgestellt worden, dass der belgische Klub gegen Artikel 19 verstoßen hatte, indem er für die Karten jeweils 100 Euro berechnet hatte. Die Kosten wurden ursprünglich auch von den Bayern München selbst mit 30 Euro pro Ticket subventioniert. Letztendlich erhielten alle Bayern-Fans 25 Euro, unabhängig davon, ob sie im Ober- oder im Unterrang gesessen hatten.

Nicht alles gefallen lassen: die Fans des FC Bayern München pochen auf Einhaltung der UEFA-RegelnBild: Getty Images/AFP/G. Schiffmann

In einem ähnlichen Fall übernahm der englische Topklub Manchester United einen Teil der Ticketkosten, nachdem seine Anhänger zunächst 100 Euro für das Champions-League-Achtelfinale gegen Sevilla gezahlt hatten. Nachdem sich die spanische Seite geweigert hatte, zu verhandeln, revanchierte sich United, indem man den Eintrittspreis für die Gästefans beim Rückspiel in Manchester ebenfalls erhöhte. Die Mehreinnahmen flossen an die eigenen Fans, die beim Auswärtsspiel in Spanien dabei gewesen waren.

Nur auf dem Papier

Allerdings kritisieren die Fans der Bayern nicht nur AEK Athen, sondern auch ihren eigenen Verein und dessen Preispolitik bei Heimspielen in der Champions League. "Man mag nicht meinen, dass man es nötig hätte, bereits in der Gruppenphase von den Gästefans 50 Euro zu fordern, während die günstigste Tageskarte im Heimbereich 30 Euro kostet", sagt Bayern-Anhänger Franz W., ein Dauerkarteninhaber in der Südkurve der Münchener Fußball-Arena, und ergänzt: "Ob in Bezug auf die Lizenzierung von Klubs oder die Ticketpreise - finanzielles Fairplay existiert nur auf dem Papier."

 

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