1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
Politik

Belarus will Waffen für eine Milliarde Dollar

12. September 2021

Die frühere Sowjetrepublik lässt es krachen - bei einer gemeinsamen Militärübung mit der Schutzmacht Russland. Staatschef Lukaschenko verkündet Einkaufspläne.

Russisches Militär in Belarus
Belarus demonstriert bei einem Militärmanöver mit Russland KampfkraftBild: Viktor Tolochko/Sputnik/dpa/picture alliance

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko plant eigener Aussage zufolge den Kauf russischer Waffen im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar (rund 850 Millionen Euro). Russlands Präsident Wladimir Putin und er hätten bei ihrem Treffen in der vergangenen Woche über eine Reihe von Rüstungsgütern gesprochen, die sein Land bis 2025 erhalten solle, sagte Lukaschenko.

Dieses Bild des russischen Verteidigungsministeriums zeigt Kampfhubschrauber beim gemeinsamen Manöver mit BelarusBild: Russian Defense Ministry Press Service/AP/picture alliance

Insbesondere der Erwerb des Flugabwehrsystems S-400 sei diskutiert worden, erläuterte der Staatschef während des Besuchs auf einem Militärgelände nahe der Stadt Baranowitschi im Westen von Belarus. Russland und Belarus halten derzeit in beiden Ländern ein gemeinsames Manöver ab, an dem rund 200.000 Soldaten teilnehmen. Es gebe keine Angriffspläne, sagte der in Uniform gekleidete Lukaschenko. "Wir richten unsere Raketen nicht gegen Nachbarländer, sondern bereiten uns darauf vor, unser Land zu verteidigen."

"Einheitlicher Verteidigungsraum"

Putin hatte den Gast aus Minsk am Donnerstag in Moskau empfangen. Dabei wurde auch über die mögliche Verwirklichung eines seit langem geplanten gemeinsamen Unionsstaats und über einen "einheitlichen Verteidigungsraum" gesprochen. Das wirtschaftliche schwache Belarus ist bereits jetzt mit Milliardenbeträgen bei Russland verschuldet.

Staatschef Lukaschenko (Mitte, links) zeigt sich bei der TruppeBild: BelTA/AP Photo/picture alliance

Nach der weitgehend als gefälscht geltenden Präsidentenwahl im vergangenen Jahr, dem brutalen Vorgehen gegen friedliche Demonstranten und massiver Unterdrückung der Opposition wächst der Druck des Westens auf die frühere Sowjetrepublik. Sowohl die EU als auch die USA verhängten Sanktionen gegen Belarus. Die im Exil lebende Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja rief nun zu gemeinsamen Anstrengungen auf, um die "belarussische Krise" zu überwinden.

"Mehr Druck auf Lukaschenko"

Durch eine Konferenz "auf höchster Ebene zwischen regionalen, europäischen und internationalen Akteuren" müsse mehr Druck auf Lukaschenko ausgeübt werden, schrieb Tichanowskaja in einem Gastbeitrag für die französische Zeitung "Le Journal du Dimanche".

Die belarussische Oppositionsführerin Tichanowskaja kündigt ein baldiges Treffen mit Frankreichs Präsident Macron anBild: Petras Malukas/AFP/Getty Images

Darin kündigte sie auch ein baldiges Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris an. Es wäre die zweite offizielle Begegnung - nach einem ersten persönlichen Gespräch im September vorigen Jahres in der litauischen Hauptstadt Vilnius.

jj/as (dpa, afp)