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PolitikGlobal

News kompakt: Messer-Attacke löst Unruhen in Belfast aus

10. Juni 2026

Ein Video von einem brutalen Angriff führt zu ausländerfeindlichen Protesten in Nordirlands Hauptstadt. Weitere Militäraktionen von USA und Iran sorgen für erneute Spannungen am Golf. Der DW-Nachrichtenüberblick.

Großbritannien Belfast 2026 | Brennender Bus bei Ausschreitungen nach Messerangriff
Auch dieser Bus wurde in Belfast in Brand gesteckt Bild: PA Wire/dpa/picture alliance

Nach einem brutalen Messerangriff in Belfast sind ausländerfeindliche Proteste in der nordirischen Stadt eskaliert: Demonstranten setzten am Dienstagabend Autos und auch Gebäude in Brand. Bewohner mussten von der Feuerwehr gerettet werden. Nordirlands Regierungschefin Michelle O'Neill verurteilte die gewalttätigen Proteste scharf und rief zur Ruhe auf.

Auslöser war die Veröffentlichung eines Videos von einem Messerangriff, für den ein sudanesischer Migrant verantwortlich gemacht wird. Der 30-Jährige wurde festgenommen. Er soll an diesem Mittwoch einem Richter vorgeführt werden.

Weitere Militäraktionen am Persischen Golf

Trotz der vereinbarten Waffenruhe in der Golfregion und laufenden Verhandlungen über ein Kriegsende haben sich die USA und der Iran erneut gegenseitig angegriffen. Als Reaktion auf den Abschuss eines US-Militärhubschraubers bombardierten die Vereinigten Staaten im Iran Luftabwehreinrichtungen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen im Bereich der Straße von Hormus. Das teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs, CENTCOM, mit. Der Iran griff daraufhin laut iranischen Medien US-Stützpunkte in der Golfregion und in Jordanien an, unter anderem mit ballistischen Raketen. Kuwaits Luftabwehr war laut Armeeangaben im Einsatz. Auch in Bahrain gab es Alarm.

Satellitenbild des Persischen Golfs und der Straße von HormusBild: NASA/dpa/picture alliance

Nach den ersten US-Angriffen erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi, der Iran werde "keinen Angriff oder keine Bedrohung unbeantwortet lassen". Das US-Militär sprach von einer "verhältnismäßigen" Antwort auf den iranischen Abschuss des Apache-Kampfhubschraubers vor der Küste des Omans. Die US-Streitkräfte seien bereit, sich weiter gegen "ungerechtfertigte iranische Aggressionen" zu verteidigen, teilte CENTCOM mit.

Israel kritisiert Strafmaßnahmen gegen Siedler

Die israelische Regierung hat die Sanktionen mehrerer Staaten gegen extremistische israelische Siedler verurteilt. Die Maßnahmen dienten unter falschem Vorwand dazu, den Antisemitismus weiter anzufachen, so Israels Außenministerium.

Zuvor hatte Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot gemeinsame Strafmaßnahmen mit Australien, Kanada, Norwegen und Großbritannien gegen extremistische israelische Siedler angekündigt. In einer Erklärung wird Israel zudem aufgefordert, der Straffreiheit für gewalttätige Siedler ein Ende zu setzen. Dabei geht es um israelische Staatsbürger, die im von Israel besetzten Westjordanland völkerrechtswidrig Land in Besitz genommen haben und die dortige palästinensische Bevölkerung gewaltsam drangsalieren. Barrot teilte darüber hinaus mit, Frankreich habe den israelischen Finanzminister Bezalel Smotrich, vier Verantwortliche von Siedlerorganisationen und 21 gewalttätige Siedler mit einem Einreiseverbot belegt.

Diätenerhöhung im Bundestag soll ausfallen

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags werden in diesem Jahr wohl keine Erhöhung ihrer Bezüge bekommen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird das Parlament die automatische Anhebung der Diäten in diesem Jahr aussetzen. Demnach haben Deutschlands Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD beschlossen, noch in dieser Woche einen entsprechenden Gesetzentwurf im Bundestag einzubringen. Sie wollen damit in finanziell und wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein Sparsignal an die Bevölkerung senden. Der Entwurf wurde bereits für den späten Donnerstagabend auf die Tagesordnung des Parlaments gesetzt.

Bundestagssitzung (im Mai)Bild: Revierfoto/IMAGO

Die automatische Diätenerhöhung, die sich an der Lohnentwicklung orientiert, hätte in diesem Jahr fast 500 Euro ausgemacht. Sie wird auch von allen Oppositionsfraktionen, also Grünen, AfD und Linken, abgelehnt, sodass eine Mehrheit für die Streichung in jedem Fall sicher ist.

Papst segnet Jesus-Turm der Sagrada Familia in Barcelona

Bei seinem Besuch in Spanien beehrt Papst Leo XIV. an diesem Mittwoch das berühmteste Bauwerk Barcelonas. Das katholische Kirchenoberhaupt wird in der Millionenstadt am Mittelmeer den Jesus-Turm der Basilika Sagrada Família einweihen. Die Zeremonie findet damit genau am 100. Todestag des Architekten Antoni Gaudí statt.

Papst Leo XIV. beim Abendgebet in Barcelonas OlympiastadionBild: Simone Risoluti/Vatican Media/REUTERS

Der Papst war am Dienstag nach einem mehrtägigen Besuch der spanischen Hauptstadt Madrid in Barcelona eingetroffen. In einer Ansprache in der gotischen Kathedrale der Stadt sagte er mehrere Sätze auf Katalanisch, das neben Spanisch ebenfalls Amtssprache in der Region ist. Zudem stand ein Abendgebet im Olympiastadion von Barcelona auf dem Programm. Am Donnerstag reist Leo weiter auf die Kanarischen Inseln. Auf Teneriffa sind unter anderem Treffen mit Migranten geplant. Am Freitag kehrt der Papst zurück nach Rom.

US-Einreiseverbot für WM-Schiedsrichter aus Somalia stößt auf Unverständnis

Die somalische Regierung hat das Einreiseverbot für den Schiedsrichter Omar Artan in die USA kritisiert. Außerdem teilte das Sportministerium laut einem Agenturbericht mit, man habe in der Angelegenheit keine Einigung auf diplomatischem Weg erzielen können. Artan sollte als erster Schiedsrichter aus Somalia Spiele bei einer Fußball-Weltmeisterschaft leiten. Nach Medieninformationen hatte der 34-Jährige bei seiner Ankunft am Flughafen von Miami ein gültiges Visum und einen Diplomatenpass. Dennoch sei er abgewiesen worden.

Abgewiesener Schiedsrichter Artan (M.) bei Zwischenlandung in IstanbulBild: Gokhan Yilmaz/Anadolu/picture alliance

Die Fußball-WM findet von Donnerstag an in den USA, Kanada und Mexiko statt. Somalia ist eines von 39 Ländern, für die die Regierung von US-Präsident Donald Trump strikte Einreisebeschränkungen verhängt hat. Ein Großteil der von den US-Einschränkungen betroffenen Staaten befindet sich auf dem afrikanischen Kontinent.

AR/gri/AN/se (dpa, rtr, afp, kna, epd)

Dieser Artikel wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.

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