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Politik

Berlin kauft knapp 6000 Wohnungen zurück

27. September 2019

Der Wohnungsmangel und die steigenden Mieten gehören zu den drängendsten Problemen in der Hauptstadt. Nun hat eine kommunale Gesellschaft fast eine Milliarde Euro investiert und alte Wohnquartiere zurückgekauft.

Deutschland Wohnhaus in Berlin
Sozialer Wohnungsbau in BerlinBild: picture-alliance/Arco Images

Berlins Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) sprach von einem "guten Tag für die Mieter in Berlin". Knapp 6000 ehemalige Sozialwohnungen hat die kommunale Gesellschaft Gewobag vom Immobilienunternehmen Ado Properties zurückgekauft und damit den größten Re-Kommunalisierungsankauf in der Geschichte Berlins getätigt.

Der Kaufpreis für die 5894 Wohn- und 70 Gewerbeeinheiten beträgt nach Angaben von Gewobag-Vorstandsmitglied Markus Terboven 920 Millionen Euro und soll ohne weitere Zuschüsse des Landes erfolgen. "Mit dem Kauf vergrößern wir unseren Wohnungsbestand auf rund 68.000 Wohnungen und sichern so bezahlbaren Wohnraum für mehr als 10.000 weitere Mieterinnen und Mieter", so Terboven.

Verdoppelte Investition

Bei den Wohnungen handelt es sich um Bestände in den Bezirken Spandau und Reinickendorf, die in den 1960er bis 1990er Jahren im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus errichtet wurden. Berlin hatte die damals landeseigene Gesellschaft GSW 2004 an Finanzinvestoren verkauft. 2013 wurde die Gesellschaft von der Deutsche Wohnen übernommen, die das nun von der Stadt zurückgekaufte Paket 2015 an Ado weiterreichte.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärte, der Kauf diene dem Ziel, "die Mieten in Berlin stabil zu halten". Die Investition der Gewobag sei für das Land ein Gewinn. An der Börse kam das Geschäft ebenfalls gut an. Die Ado-Aktien legten teilweise um 5,6 Prozent zu. Finanzexperten zufolge lag der Kaufpreis der Bestände 2015 bei 400 Millionen Euro. In die Instandhaltung habe Ado seither etwa 30 Millionen Euro investiert. Durch den Verkauf konnte Ado - gemessen am Kaufpreis und den getätigten Ausgaben in den vergangenen vier Jahren - einen Gewinn von rund 490 Millionen Euro für sich verbuchen.

djo/sti (afp, rtr)

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