Kein Strom: Firmen in Berlin erwarten Millionen-Schäden
4. Januar 2026
Der Stromausfall in Berlin betrifft nicht nur Zehntausende Privathaushalte, sondern auch viele Unternehmen. Der Regierende Bürgermeister Wegner macht "Linksextremisten" für den Blackout verantwortlich.
Es wird wohl bis Donnerstag dauern bis alle Haushalte und Gewerbebetriebe wieder Strom haben Bild: Michael Kappeler/dpa/picture alliance
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Die Unternehmen in Berlin erwarten wegen des Stromausfalls in der Hauptstadt schwere wirtschaftliche Folgen. "Wir rechnen mit Schäden in Millionenhöhe an Anlagen und Maschinen und durch hohe Umsatzausfälle", teilte der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB), Alexander Schirp, mit.
Infrastruktur besser schützen
Der Stromausfall führe zu extremen Belastungen für die Unternehmen. Nötig sei ein besserer Schutz sensibler Anlagen. "Der Stromausfall zeigt, dass unsere Infrastruktur nicht ausreichend und zeitgemäß gegen Angriffe und Unfälle geschützt ist", sagte Schirp. "Das ist ein ernstes Problem und schürt Unsicherheit in der Wirtschaft." Es müsse bessere Konzepte für den Schutz und Reaktionspläne für den Krisenfall geben.
Zu allem Unglück trifft der Stromausfall die Berliner auch noch bei eisiger KälteBild: Carsten Koall/dpa/picture alliance
Von dem so ausgelösten Stromausfall waren zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Unternehmen betroffen. Inzwischen wurden 7.000 Haushalte und 150 Gewerbekunden wieder angeschlossen, wie "Stromnetz Berlin" mitteilte. Der Betreiber geht davon aus, dass alle betroffenen Haushalte erst am Donnerstag wieder mit Strom versorgt werden können. Der Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde hatte am Samstag wichtige Leitungen beschädigt.
"Offenkundig Linksextremisten"
Nach den Worten des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) ist der Stromausfall Folge eines politisch motivierten Anschlags. Die Täter seien "offenkundig Linksextremisten", sagte er.
Ein Bekennerschreiben einer linksextremistischen Gruppierung namens "Vulkangruppe" sei nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen als "glaubhaft" eingestuft worden, heißt es von der Polizei. Die "Vulkangruppe" hatte sich unter anderem auch im März 2024 zu einem Brandanschlag auf das Tesla-Werk im brandenburgischen Grünheide bekannt.
Die Ermittlungen zum Tathintergrund gingen aber weiter, so die Polizei.
haz/as (dpa, afp)
Redaktionsschluss 17.45 Uhr (MEZ) - Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.
Plötzlich ist alles dunkel - Stromausfall im Südwesten Berlins
Ein großflächiger Stromausfall legt Teile des Berliner Südwestens lahm. Tausende Haushalte sind seit Tagen ohne Strom, Heizung und Kommunikation - mitten im Winter.
Bild: Lisi Niesner/REUTERS
Gespenstische Dunkelheit
Am Samstag kommt es im Südwesten Berlins zu einem großflächigen Stromausfall, betroffen sich Teile von Steglitz-Zehlendorf, Lichterfelde, Nikolassee und Wannsee. Die Ursache ist ein Brand an einer Kabelbrücke am Teltowkanal, der nach Erkenntnissen der Behörden durch Brandsätze verursacht wurde. Laut Polizei liegt ein Bekennerschreiben der linksextremistischen Organisation "Vulkangruppe" vor.
Bild: Axel Schmidt/REUTERS
Beleuchtung mit dem Handy
Zunächst waren 45.000 Haushalte und ca. 2200 Gewerbebetriebe ohne Strom. Mittlerweile konnten mehrere Tausend Haushalte wieder versorgt werden, aber die meisten sind weiter ohne Elektrizität. Denn die Schäden sind nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin schwerwiegend und die Reparatur kompliziert. Erst am Donnerstag soll die Stromversorgung komplett wiederhergestellt sein.
Bild: Lisi Niesner/REUTERS
Notdürftige Unterkunft
Die Behörden haben Notunterkünfte und Wärmestuben eingerichtet. Pflegeheime wurden teils evakuiert oder bei der Stromversorgung priorisiert. Der Stromausfall im Südwesten Berlins führte auch zum zeitweisen Ausfall von Heizungssystemen, Internet, Telefonie sowie öffentlicher Infrastruktur wie Verkehrsanzeigen.
Bild: Axel Schmidt/REUTERS
Alte und Kranke besonders betroffen
Teils mussten bettlägerige Senioren aus Krankenhäusern und Pflegeheimen in Notunterkünfte evakuiert werden. Auf dem Bild sind Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, und Iris Spranger, Berliner Senatorin für Inneres und Sport, im Gespräch mit der 97-jährigen Ingeborg aus Lichtenfelde, die dick eingepackt auf einem Feldbett liegt.
Bild: Sebastian Gollnow/dpa/picture alliance
Störungen im S-Bahn-Verkehr
Der Stromausfall hat auch den Verkehr beeinträchtigt. Während S-Bahn-Linien zeitweise unterbrochen waren und Ersatzverkehr eingerichtet wurde, blieb der Straßenbahnverkehr nach Angaben der BVG weitgehend stabil.
Bild: Axel Schmidt/REUTERS
Unterstützung durch das Technische Hilfswerk (THW)
Einsatzkräfte aus Berliner THW-Ortsverbänden helfen vor Ort: Unter anderem mit mobilen Stromaggregaten, Hilfe beim Laden von Mobiltelefonen und Infos für Betroffene. Sie sind an zentralen Punkten präsent, um die Notversorgung zu verbessern und wichtige Einrichtungen wie Pflegeheime oder Krankenhäuser vorläufig zu versorgen.