1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Bespitzelungsaffäre: Ikea räumt erstmals schwere Fehler ein

6. April 2012

Seit Wochen stehen die Vorwürfe im Raum: Der französische Ableger des Möbelgiganten soll sich Daten von Mitarbeitern und Kunden aus amtlichen Registern angeeignet haben. Nun zog der Chef die Notbremse.

Die IKEA-Filiale in Plaisir bei Paris (Foto: AP)
Bild: AP

Nach dem Vorwurf der Bespitzelung von Mitarbeitern und Kunden hat Ikea Frankreich erstmals schwere Fehler eingeräumt und Konsequenzen in seiner Personalführung angekündigt. Die beanstandeten Praktiken seien inakzeptabel und untragbar, sagte Ikea-Chef Stefan Vanoverbeke in Paris. Der Möbelriese hatte interne Untersuchungen zu den Vorwürfen angestrengt. Auch die Justiz ermittelt in dem Fall, nachdem eine Gewerkschaft Anzeige erstattet hat.

"Wir haben festgestellt, dass es Praktiken bei Ikea Frankreich gab, die weder unseren Werten noch unseren ethischen Standards entsprechen", sagte Vanoverbeke. Um das Vertrauen unter den Mitarbeitern, den Gewerkschaftern des Konzerns sowie bei den Kunden wieder herzustellen, sollten nun die Führungsstruktur geändert und unter anderem mehr Transparenz bei der Rekrutierung von Mitarbeitern geschaffen werden.

Der Chef von Ikea Frankreich, Stefan VanoverbekeBild: Agence REA - Raphael Demaret

Daten aus Polizeikartei und Kfz-Zulassungsstelle

Ikea Frankreich steht seit Wochen im Mittelpunkt eines Skandals um eine groß angelegte Bespitzelung von Mitarbeitern und sogar von Kunden. Die französische Justiz untersucht den Vorwurf, dass Ikea mit privaten Sicherheitsleuten zusammenarbeitete. Diese sollen dem Möbelhaus Informationen aus der zentralen Polizeikartei, der Kfz-Zulassungsstelle oder aus dem Führerschein-Register übermittelt haben. Dabei sollen nicht nur Bewerber oder Angestellte ausgespäht worden sein, sondern auch Gewerkschafter und sogar Kunden im Fall einer geschäftlichen Auseinandersetzung.

Wegen der Vorwürfe wurde bereits Mitte März die Zentrale von Ikea Frankreich in der Nähe von Paris durchsucht. An der systematischen Bespitzelung soll teils der langjährige Unternehmenschef Jean-Louis Baillot beteiligt gewesen sein.

sti/haz (afp, dpa)

Den nächsten Abschnitt Top-Thema überspringen

Top-Thema

Den nächsten Abschnitt Weitere Themen überspringen