Bessere Note für Griechenland
2. Mai 2012
Nach dem historischen Schuldenschnitt in Griechenland hat die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit des hoch verschuldeten Staats heraufgestuft. Die Bonität werde mit der Note "CCC" bewertet und nicht mehr mit dem bisherigen "vorübergehenden Zahlungsausfall" (Selective Default), teilte die US-Agentur mit und setzte damit eine frühere Ankündigung um. Bereits im März war dieser Schritt angekündigt worden.
Risisken bleiben
Damit gelten griechische Anleihen weiter als hoch spekulativ. Der Anleihentausch mit privaten Gläubigern habe zwar den kurzfristigen Refinanzierungsdruck abgemildert. S&P warnte aber: "Griechenlands Staatsschuldenlast bleibt hoch." Die Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftskraft dürften bis 2015 zwischen 160 und 170 Prozent verharren. Die Rezession und die Wahl am 6. Mai stellten Risiken für die Haushaltsanpassungen dar, die nötig seien, um die Schulden in den Griff zu bekommen. "Die Ratings könnten gesenkt werden", betonte S&P, versah die neue Benotung aber mit einem stabilen Ausblick.
Als erste größere Ratingagentur hatte Fitch bereits Mitte März die Kreditwürdigkeit Griechenlands auf die Note "B-" heraufgestuft. Grund war der Forderungsverzicht privater Gläubiger wie Banken, Versicherungen und Fonds. Sie hatten sich bereiterklärt, im Zuge eines Tauschs alter gegen neue Staatsanleihen insgesamt mehr als 100 Milliarden Euro Schulden zu erlassen.
zdh/hp (dpa, rtr)