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Gesellschaft

Höchststand bei Bevölkerung mit Migrationshintergrund

1. August 2017

Es leben so viele Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland wie noch nie. Die hohe Zuwanderung in den Jahren 2015 und 2016 entlarvt ein lange hochgehaltenes Credo endgültig als Illusion.

Deutschland Asylbewerber in Berlin Symbolbild
Bild: Getty Images/S. Gallup

Ist Deutschland also doch ein Einwanderungsland? Was die Politik lange nicht beim Namen nennen wollte, ist inzwischen Realität geworden. Im vergangenen Jahr haben rund 18,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in der Bundesrepublik gelebt. Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl um 8,5 Prozent auf einen neuen Höchstwert angestiegen.

Die Zunahme ist demnach vor allem auf die hohe Zuwanderung in den Jahren 2015 und 2016 zurückzuführen. Mit 2,3 Millionen haben immer mehr Menschen ihre Wurzeln im Nahen und Mittleren Osten. Damit ist die Zahl um gut das doppelte im Vergleich zu 2011 angestiegen. Auch die Zuwanderung aus Afrika gewinnt an Bedeutung. Rund 740.000 Menschen sind afrikanischer Herkunft, das sind gut 46 Prozent mehr als im Jahr 2011. Europa bleibt aber weiterhin die wichtigste Herkunftsregion.

Hier geboren oder eingebürgert

Die Menschen mit Migrationshintergrund sind mehrheitlich seit ihrer Geburt deutsche Staatsbürger. Ihr Anteil macht 42 Prozent aus. Weitere 33 Prozent kamen als Spätaussiedler nach Deutschland, die übrigen 25 Prozent sind eingebürgert.

Die Daten des Mikrozensus, der größten Haushaltsbefragung in Deutschland, zeigen demnach auch Unterschiede beim Bildungsstand. So haben junge Menschen mit Migrationshintergrund häufiger keinen Schulabschluss als jene ohne Migrationshintergrund. Auch haben sie öfter keinen beruflichen Abschluss. Gleichzeitig erreichen beide Gruppen gleich oft Abitur und akademische Abschlüsse.

nin/sti (dpa, afp, kna, epd)

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