1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
KriminalitätDeutschland

Milliardengeschäft Organisierte Kriminalität

21. September 2022

Prostitution, Drogen, Geldwäsche: Organisierte Kriminalität boomt überall. Das Bundeskriminalamt registriert Rekordzahlen - auch bei den Tatverdächtigen.

Drei Plastiktüten mit Heroin und eine weiß-rote Kelle des Zolls liegen auf einem Tisch
Schmuggel von Heroin und anderen Drogen ist ein besonders lukratives Geschäftsfeld der Organisierten Kriminalität Bild: Markus Scholz/dpa/picture alliance

"Wir dürfen die Gefahr, die von der Organisierten Kriminalität ausgeht, nicht unterschätzen", sagt Holger Münch, als er in Berlin die Bilanz für das Jahr 2021 vorstellt. Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA) hätte auch sagen können: "Die Gefahr ist größer denn je." Denn die von seiner Behörde ermittelte Schadenssumme hat sich in einem Jahr weit mehr als verdoppelt: von 837 Millionen auf gut 2,2 Milliarden Euro.

Fast 700 Ermittlungsverfahren

Gleichzeitig vermeldet das BKA einen neuen Rekord bei den Ermittlungsverfahren: Die Zahl hat sich innerhalb eines Jahres von 594 auf 696 erhöht. Eine Steigerung, der Bundesinnenministerin Nancy Faeser auch eine positive Seite abgewinnen kann: "Der Druck auf die Organisierte Kriminalität ist in Deutschland so hoch wie noch nie." Das gilt vor allem für die Drogenszene. Fast jedes zweite Ermittlungsverfahren hat mit dem Handeln und Schmuggeln von Rauschgift zu tun.   

Gemeinsam gegen Organisierte Kriminalität: BKA-Präsident Holger Münch (vorne) und Innenministerin Nancy Faeser Bild: Christian Marquardt/NurPhoto/picture alliance

Ein typisches Kennzeichen der kurz "OK" genannten Organisierten Kriminalität bleibe die internationale Vernetzung, betont BKA-Chef Holger Münch: 2021 seien knapp 500 Ermittlungsverfahren "mit Bezügen ins Ausland" gemeldet worden. Wobei man durch geknackte Nachrichten aus verschlüsselten Messengerdiensten einen "besseren Einblick in die Strukturen der OK" gewonnen habe.

Stillgelegte Plantagen und Rauschgift-Labore

Durch die dadurch gewonnenen Informationen hätten zahlreiche Gefahren für Leib und Leben abgewehrt werden können, "von gefährlicher Körperverletzung über Entführung bis zur geplanten Tötung". Zu den Erfolgen im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel rechnet Holger Münch vor allem abgefangene Rauschgift-Transporte sowie stillgelegte Plantagen und Labore.

Die Macht der Drogenmafia

28:31

This browser does not support the video element.

Der Handel mit Rauschgift sei eine wesentliche Einnahmequelle von OK-Gruppierungen, sagt der BKA-Präsident. Damit würden oft weitere Delikte finanziert. Deshalb müsse man an dieser Stelle ansetzen, "um Geldwäsche zu bekämpfen". Eine zentrale Rolle soll dabei nach seinen Vorstellungen Europol spielen, die Polizeibehörde der Europäischen Union (EU) mit Sitz im niederländischen Den Haag.

BKA-Präsident: "Wir sind auf einem guten Weg"

Von manchen EU-Mitgliedern wünscht sich Holger Münch dabei mehr Unterstützung, wenn es etwa um gemeinsame Datenbanken geht. Welche Länder damit gemeint sind, behält er für sich. Insgesamt aber bewertet der BKA-Chef die internationale Zusammenarbeit positiv: "Wir sind auf einem guten Weg."

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen