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Blog: Nobelpreis für Chemie

Judith Hartl8. Oktober 2014

So, die Nobelpreise 2014 sind vergeben. Die Auszeichnung in Chemie geht an den Deutschen Stefan Hell und die beiden Amerikaner Eric Betzig und William Moerner. Der ganze Tag chronologisch in diesem Blog.

Bildkombo William E. Moerner, Stefan W. Hell, Eric Betzig (vlnr) Nobelpreis 2014 Chemie
Chemie-Nobelpreisträger 2014 (von links nach rechts): William Moerner, Stefan Hell, Eric Betzig

Wir schließen jetzt diesen Live-Blog. Unseren ausführlichen Artikel zum Nobelpreis für Chemie mit exklusiven Reaktionen, Einordnungen und Erklärungen finden Sie in Kürze bei uns auf dw.de/wissenschaft. Es waren drei spannende Tage!

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Dieses Video wurde uns heute von BAYER zur Verfügung gestellt. Es erklärt schön verständlich, wie die Fluoreszenzmikroskopie funktioniert und weshalb die Arbeiten der Nobelpreisträger so bedeutend sind.

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Dieser Satz von Michael Boersch (Physikochemiker, Uni Jena) über seinen Kollegen und Freund William Moerner gefällt uns besonders gut:

"Unser WE (damit meint er Moerner) ist sehr normal. Was ihn aus meiner Sicht auszeichnet: dass er hellwach ist und sich sehr genau um alle seine Doktoranden und Postdocs kümmert und auch sehr genau Fragen stellt. Er ist kein Managertyp, der nur noch einmal die Woche da ist."

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Wir diskutieren hier gerade, warum Physiker den Chemie-Nobelpreis bekommen. Stefan Hell ist Physiker, Eric Betzig ist Physiker und auch William Moerner ist Physiker (und Chemiker). Die Grenzen zwischen den Wissenschaften scheinen zu verschwinden.

Wir haben darüber auch mit einem engen Kollegen von William Moerner gesprochen, mit Michael Boersch vom Universitätsklinikum in Jena und er sag dazu folgendes:

""In der Physik gibt es fünf große Themen. Und alles, was in diese Themen nicht genau reinpasst, kriegt auch keinen Nobelpreis." Aha.

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Wir müssen noch das Alter der drei ausgezeichneten Forscher nachreichen:

Stefan Hell: 51 Jahre

Eric Betzig: 54 Jahre

William Moerner: 61 Jahre

Die erste Reaktion von Eric Betzig gegenüber der Nachrichtenagentur dpa:

"Ich gucke seit einer halben Stunde auf meinen Computer, aber könnte genau so gut ins Nichts gucken. Ich bin wie gelähmt. Ich freue mich natürlich. Aber das vorherrschende Gefühl ist eigentlich Überraschung. Totale Überraschung."

Komisch, irgendwie versammeln sich einige der diesjährigen Nobelpreisträger gerade in München - Edvard Moser, der den Medizin-Nobelpreis erhält, ist seit Montag am MPI für Neurobiologie in Martinsried bei München - ihm wurde bei seiner Ankunft am Flughafen der Blumenstrauß in die Hand gedrückt und jetzt erfahren wir: auch Chemie-Nobelpreisträger Eric Betzig ist in München, um dort (heute um 14:00 Uhr!) einen Vortrag zu halten. Sachen gibt's ...

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Hier ist ein gut gemachtes Erklär-Video, was Fluoreszenz-Mikroskopie (englisch Fluorescence Micoscopy) ist. Viel Spaß dabei!

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Stefan Hells erste Reaktion heute Morgen, als er vom Ständigen Sekretär der
schwedischen Wissenschaftsakademie noch vor der offiziellen Verkündung angerufen wurde:

"Im ersten Moment habe ich gedacht, das ist vielleicht ein Scherz. Ich konnte es nicht glauben! Glücklicherweise habe ich die Stimme von Staffan Normark wiedererkannt, deshalb habe ich realisiert, dass es wahr ist. Aber ich habe eine Weile gebraucht, das zu realisieren."

Das hier ist ein ganz aktuelles Photo von Stefan Hell, aufgenommen bei einem kleinen Umtrunk am MPI in Göttingen. Prost!Bild: picture-alliance/dpa/S. Pförtner

Sogar das Auswärtige Amt hat schon gratuliert

So sehen Zellen unter dem Fluoreszenzmikroskop aus. Hell, Betzig und Moerne revolutionierten diese Technik.

Endothelzellen unter dem Fluoreszenzmikroskop

So, wir müssen doch korrekt bleiben, trotz Euphorie: Stefan Hell ist in Rumänien geboren. Also auch dorthin Glückwünsche. Here he is ...

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Alle drei Forscher erhalten die Auszeichnung für die Entwicklung der superauflösenden Fluoreszenzmikroskopie. Mit Hilfe von fluoreszierenden Molekülen haben es Hell, Moerner und Betzig geschafft, so hoch auflösende Mikroskope zu schaffen, mit denen man nicht nur kleinste Zellstrukturen deutlich erkennen kann sondern sogar Vorgänge innerhalb einer Zelle.

Die Königlich-Schwedische Akademie meint dazu: "Dadurch wurde die Mikroskopie zur Nanoskopie".

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Stefan Hell wurde schon mit Auszeichnungen überhäuft! 2006 erhielt er zum Beispiel den Deutschen Zukunftspreis, 2011 den Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft und im Mai 2014 den renommierten Kavli-Preis, darüber haben wir auch bei der DW berichtet.

Herzlichen Glückwunsch nach Göttingen ans Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie. Wir hängen am Telefon und versuchen den Direktor und frischgebackenen Nobelpreisträger Stefan Hell zu erwischen.

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Der Nobelpreis für Chemie wird seit 1901 verliehen. Oft heißt es, die prämierten Entdeckungen seien für Laien nur schwer verständlich. Aber unsere Bildergalerie zeigt: Das stimmt gar nicht!

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Noch knapp zweieinhalb Stunden bis der diesjährige Nobelpreis für Chemie verliehen wird. Zur Einstimmung, hier die bisher wohl bekanntesten Preisträger:

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